Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 249)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 242 — sich Mr. Brandeis in Amerika erfreut. Mr. Brandeis ist in Amerika eine klassische Persönlichkeit. (Zwischenruf des Del. Chasanowitsch — Unruhe — Ruf: Wir folgen den Ausführungen des Redners mit großem Interesse!) Vizepräsident Dr. Ehrlich gibt wiederholt das Hammerzeichen. Mitglied des E. A. C. Sokolow (fortfahrend): Ich glaube, Ihnen genug über die Person gesagt zu haben. Was ich gesagt habe, war notwendig. (Zustimmung.) Mr. B r a n d e i s schreibt uns, daß er sehr bedauere, zum Kongreß nicht kommen zu können. Mr. Brandeis ist in die zionistische Organisation in Boston eingetreten und tritt jetzt schon als Zionist in Amerika auf. Ich will Ihnen nicht den Passus verlesen, der sich auf die Propaganda in Amerika bezieht und der manche Komplimente enthält, die uns weniger interessieren. Aber folgenden Passus will ich hervorheben: Er schlägt vor, daß wir 1. unsere Bemühungen auf einige große Unternehmungen konzentrieren, 2. aus Rücksicht darauf, daß die Unterdrückung der jüdischen Massen im Wachsen begriffen ist, auch jetzt unsere Bemühung hauptsächlich darauf richten sollen, die Massen nach Palästina zu bringen, 3. in Erwägung des Umstandes, daß die Hauptsache des Zionismus der Besitz des Landes ist, ein Besitz, der auch mit hinreichenden Konzessionen von der türkischen Regierung garantiert werden muß, daß man sich hauptsächlich darum bemühen solle, diesen Landbesitz in Palästina auszudehnen, 4. daß wir der türkischen Regierung nahe bringen sollen, durch alle möglichen Organe und Mittel, daß die Einwanderung eines industriellen und intelligenten Arbeiterelementes in Palästina nur von Segen sein kann für die Entwicklung der Türkei, 5. sollen wir uns darum bemühen, daß wir uns nicht auf eine kleine Gruppe beschränken, sondern daß wir größere Gruppen bilden, die in Palästina sich kolonisieren sollen. Wir sollen uns darum bemühen, daß die Gruppen, die sich in Palästina niederlassen werden, die Freiheit haben, im Namen der türkischen Gesetze sich so einzurichten, daß sie sich als Juden vollständig ausleben können. Wenn diese Punkte vom Kongreß in Erwägung gezogen werden, ist Mr. B r a n d e i s sicher, daß er durch seine Arbeit und Propaganda in Amerika Wege und Mittel finden wird, alle unsere Projekte, die in diesem Rahmen stehen, tatkräftig zu fördern. (Stürmischer Beifall.) Mr. Brandeis schließt mit herzlichen Glückwünschen an den zionistischen Kongreß. Und nun, verehrter Kongreß, möchte ich diese Parenthese nur mit einigen Worten schließen. Selbstverständlich sind es nicht die Persönlichkeiten, die wir im Zionismus suchen. Selbstverständlich — und das ist schon ausgesprochen worden — ist das Volk die große Macht. Aber in dieser Hinsicht muß das anerkannt werden, daß in Amerika ein großer Fortschritt gemacht worden ist. Geehrter Kongreß! Sie haben jetzt eine Vertretung aus den Vereinigten Staaten und aus Kanada, wie sie noch kein Kongreß hatte. (Lebhafter Beifall.) Das ist ein Passus in dem Berichte, der, wie ich hoffe, von keiner Opposition in Frage gestellt werden kann, weil doch die Menschen lebendig sind. Diese Argumente sind hier da. Ich bin nicht der Ansicht, daß man auf Amerika nur als auf das Land der Dollars schauen soll. Amerika ist ein Weltteil, wie jeder andere Weltteil. Wenn wir in Amerika Mittel gewinnen wollen, müssen wir Menschen gewinnen, wir können nicht die Geldbeutel heranziehen, sondern Menschen, die große Masse, das große Volk und die führenden Menschen. (Lebhafter .Beifall.) In den beiden Richtungen haben wir manches erreicht, und nur das wollte ich von dieser Tribüne feststellen. Ich mache darauf aufmerksam, daß wir von nun an mit verdoppelter Energie dort wirken