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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 236

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 236 (sequence 243)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 236 — hätten wir nicht die Arbeiter, hätten wir nicht die Jemeniten, hätten wir nicht die Farmen? Sie könnten, Herr Kann, der beste Bankier sein — ich halte Sie auch für den besten Zionisten, Sie haben auch Verständnis — aber hier hängt die Stellung nicht vom Verständnis ab, sondern vom Gefühl, von den Ahnungen. Wissen Sie, wenn einer stumm wird und nachher bei einem Arzt sich behandeln läßt, und nach zehn Jahren die Sprache wieder findet, der wird eine leise Ahnung haben, was es für eine stumme Nation bedeutet, eine Nation, die von der Welt als stumm betrachtet wird, nun ihre Sprache wieder zu gewinnen. Kann man das abmessen, kann man das abwägen? Und meinen Sie, wir könnten eine abstrakte Sprache haben? Line Sprache ist das Licht, das Feuer, sie muß doch einen Stützpunkt haben! Und Piatina oder Kohle oder so was ist dieser Stützpunkt doch nicht! (Lebhafter Beifall.) Verehrter Kongreß! Innerhalb der zionistischen Partei sind wir gezwungen, uns nach allen Richtungen zu versöhnen, denn im Prozeß des Werdens müssen verschiedene Richtungen Platz haben. Es wird hier immer von einer Partei gesprochen und zwar gerade von seilen einer Partei, die, wenn es sich um die Bank handelt, sagt: wir wollen sie nicht einer Partei ausliefern, damit sie sich nicht in eine Spezialbank für eine Partei verwandelt — und die sagt, wenn vom Nationalfonds gesprochen wird: wir wollen ihn nicht der Tendenz einer Partei preisgeben. Wenn jemand selbst von der ganzen Partei sich trennt, bildet er auch eine Partei, nur mit dem Unterschied: Wir bilden die Partei Palästinas, Herr Kann, denn im Zentrum, im Schwerpunkt unserer Weltanschauung ist die Palästina-Arbeit! Sie bilden auch eine Partei, die aber klein ist, die Partei des Herrn Kann. (Sehr richtig!) Eine Partei, die auch will, aber es fehlt ihr an Kraft, sie will nicht intensiv an die Arbeit herangehen, und wenn man von der Bank spricht, macht sie uns immer Vorwürfe .... Zum Schlüsse wollten Sie sogar die Gelegenheit benützen, um Herrn L e v o n t i n und Herrn Hirsch eine Huldigung zu bereiten. Ich habe nichts dagegen, ich werde auch meine Hand erheben, aber Sie wollten die Gelegenheit benutzen, um auch hier von anderem zu sprechen. Wir sind noch nicht in der Debatte, aber ein paar Worte muß ich doch sagen. In Palästina merken wir ein Wachstum mit jedem Jahr, und die Zahl der Häuser und Schulen wird vermehrt. Merken wir ein Wachstum in der Bank? Ich glaube, Sie schützen die Bank mit eiserner Hand; es ist sicher, was darin ist. Aber unter diesem Druck kann sie gar nicht mehr wachsen. Diesen Eindruck habe ich. (Lebhafter Beifall.) Seit Jahren, verehrter Kongreß, befindet sich unsere Bank in einem und demselben Zustand. Herr Kann, was wir von Ihnen verlangen und auch von den anderen verlangen werden, darüber habe ich in der Einleitungsrede gesprochen. Leider hielt ich sie in hebräischer Sprache. (Oho!-Rufe.) Ich sage leider, weil ich jetzt etwas wiederholen muß. Jede Bewegung hat nur e i n Zentrum. Wir sind zerstreut, wir müssen arbeiten in Rußland, in Amerika, zum Teile in Galizien und Oesterreich. Der Schwerpunkt unseres Zieles ist sehr weit im Orient, und der Schwerpunkt der Leitung ist in Berlin, nicht deswegen, weil dem Westen der Schwerpunkt gehört, sondern weil uns die Umstände dazu zwingen, haben wir zwei Plätze, wo wir arbeiten müssen. Es kann sein, daß unsere Brüder, die jetzt in Palästina arbeiten, zu eifrig sind, weil sie alle auf das Zentrum in Palästina ihre Hauptarbeit verlegen. Sie sehen, daß Palästina ohne die Diaspora noch nicht auskommen kann, der Schwerpunkt kann noch nicht dahin verlegt werden. Das ist ihr Fehler; aber ohne Eifer, ohne Uebereifer wird nichts in der Geschichte gemacht. Mit kalter Auslegung und mit Ausrechnungen ist noch nichts auf diesem Gebiete gemacht worden und auch nicht auf dem Gebiete der Wissenschaft. Wer kein Ahner, kein Sucher ist, kann vielleicht ein guter Techniker sein, aber er wird

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