Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 244)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 237 — nichts Hervorragendes auf dem Gebiete der Wissenschaft oder auf ökonomischem Gebiete leisten. Wir begehen einen anderen Fehler. Wir stehen im Westen und glauben, hier liege der Schwerpunkt der ganzen Arbeit und wir bilden uns ein — unwillkürlich geschieht dieser Prozeß — der Zionismus sei zur Verherrlichung der Bank und des Nationalfonds da. So erscheint es uns. Es muß umgekehrt sein. Für die Heilung dieser Krankheit gibt es nur ein Mittel: Oefters — das verlangen wir von den Leuten, die an der Spitze stehen — öfters sollen sie sich nach dem anderen Schwerpunkt begeben und die Verhältnisse an Ort und Stelle kennen lernen. Wenn dann die Synthese der beiden Zentren vollzogen sein wird, wird die zionistiche Partei als einheitliche Organisation vor die ganze Welt treten können. Bis dahin, Herr Kann, haben wir nichts gegen Kritik, aber darin liegt der Schwerpunkt der ganzen Sache: Herr Kann hat uns keinen anderen Weg gezeigt, er hat nur die negative Seite betont. Wir müssen arbeiten. Nun, verehrter Kongreß, meinen Sie nicht, daß günstige Momente sich ewig wiederholen? Politische Momente zwischen Minche und Maarif kenne ich nicht. Historisch bedeutsame Momente können sich nur im Laufe einer langen Entwicklung ergeben. Palästina ist einstweilen da — und hier stehe ich in schroffem Gegensatz zu Herrn Kann: Er bedauert, daß wir noch nicht die nötige Erfahrung in Palästina mit dem Häuserbau haben. Hätten wir da schon angehäufte Erfahrung — und wissen Sie, was angehäufte Erfahrung ist? Das ist kapitalisierte Arbeit — die Erfahrung befände sich in fremden Händen, und w i r hätten dort nichts zu schaffen. Ich bin glücklich und schätze die zionistische Organisation glücklich, daß in Palästina die Erfahrung einstweilen fehlt und wir sie auf Grund unserer Arbeit sammeln können. So kann es zu einer Synthese kommen. Wenn sie so sich entwickeln wird, werden wir immer den Frieden in der zionistischen Organisation haben. Wir werden diese Sache besprechen, aber ohne Aufregung; denn der Schwerpunkt wird für uns alle auf einem ganz anderen Gebiete liegen. (Stürmischer, langanhaltender, sich immer wieder erneuernder Beifall.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat Herr Dr. Weizmann. Del. Prof. Dr. Weizmann (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Meine Herren! Ich habe nur eine Liste zu verlesen. Der Permanenzausschuß schlägt Ihnen für die Palästinakommission folgende Liste vor: Dr. Kellner, Twersky, Arono witsch, Elieser Schochat, Elieser Joffe, Kaplansky, Ben Zwi, Ben Korion, Israel Schochat, Mossinsohn, Bezalel Joffe, Yellin, Salomon Schiller, Schenkin, Bogratschow . . . (Rufe: lauter!) Wenn Ihr Name kommt, werden Sie's schon hören! (Heiterkeit.) Tschlenow, Ussischkin, Boris Goldberg, Schapira, Dr. Pasmanik, Schulmann, Goldschmidt, Josef Levite, Selig Weizmann, Farbstein, Dr. Zipper, Hausmann, Ing. Felix, Böhm, Dr. Schönfeld, Fischmann, Wolf, Torczynsky, Trietsch, Josef Co wen, Tolkowski, Bentwich, Florentin, Schein, Moser, Eh*. Krämer und Podlischewski. Präsident Wolffsohn: Wieviel sind das? (Rufe: Ueber 40.) Uebrigens hat die Kommission auch das Koopationsrecht. (Heiterkeit.) Ich beantrage die en bloc-Annahme dieser Liste (Zwischenrufe: Del. Dr. Bogratschow: Ich bitte, auch Herrn Hos aus Jaffa in die Kommission zu nehmen!) Das kann die Kommission nachher machen. Wer für den Antrag ist, der erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach einer Pause.) Die Kommission ist gewählt. Ich bitte, noch einige Mitteilungen entgegenzunehmen. Vizepräsident Dr. Ehrlich: Die russische Landsmannschaft versammelt sich Sonntag, um 9 Uhr, im Kursalon. Die Vertrauensdamen des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina kommen Montag, um i/i3 Uhr, zusammen, und zwar