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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 234

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 234 (sequence 241)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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- 234 - sagen, Sie könnten die Methode des Herrn Fischer nicht gut heißen, in Antwerpen zu sitzen und Boden in Palästina zu kaufen. Wenn Sie einmal Boden kauften, dann gingen Sie nach Palästina. Da ziehe ich die Taktik von Freund Fischer doch vor, denn was er tut, das geschieht in der Gegenwart. Ihre Methode aber ist Zukunftsmusik. Es kann ja sein, daß Ihr System vielleicht einheitlich ist, hier aber handelt es sich nicht um Systeme, sondern um Boden. Und Herr Fischer hat Boden, und S i e haben ihn nicht. (Lebhafter Beifall.) Und dann, Herr Kann, wenn Sie ein Haus in Tel Awiw kaufen oder einen Bauplatz, da ist es für Sie heute leicht, ihn zu okkupieren, aber wissen Sie, wer das erzielt hat? Die Vorarbeiterl Früher war es ebenso schwer, in der Stadt Boden zu erwerben, wie noch jetzt in einem Dorfe. Wenn Sie Großgrundbesitzer werden wollen, dann werden Sie die Praxis der Okkupation schon lernen, dann werden Sie vertraut werden mit allen Umständen, unter denen sich eine solche Okkupation vollzieht, und Sie werden sehen, wie sehr der Boden im Preise steigt. Als ob sich Dr. Ruppin seine Informationen "im Palästina-Amte nur aus den Fingern saugen würde! Sie werden sich überzeugen: Es sind manche Engländer, es sind manche Aegypter da, die auch Boden kaufen — und vielleicht mehr als wir — und die dieselben Preise zahlen. Wenn Sie jetzt Boden kaufen wollen, sehen Sie sich Konkurrenten gegenüber, die noch höhere Preise anbieten als wir. Und da kommen Sie, Herr Kann, und erzählen dem Kongresse derartige Dinge! Das einzelne Mitglied des Kongresses ist doch nicht imstande, sich über die Einzelheiten zu informieren. Entweder sagt man also alles, oder man sagt gar nichts! Mit halben Gedanken darf man nicht kommen! (Leblhafter Beifall.) Es ist doch eine Tatsache, daß der ganze Boden in Merchawia mit Ausnahme des Bodens der Siedlungsgenossenschaft an Privatpersonen verkauft wurde, und diese sind dem Beispiele Herrn Fischers gefolgt. Manche von ihnen sind im Auslande geblieben und haben Boden gekauft, und manche haben sich im Lande niedergelassen. Sie haben den Boden gesehen, sie haben sich über den Preis erkundigt und haben den vorgeschlagenen Preis gezahlt. Herr Kann, Sie üben nicht nur mit Zionisten Rachmones, sondern auch mit Nichtzionisten, denn auch diese haben den Preis, den Dr. Ruppin vorgeschlagen hat, gezahlt. Sie machen darauf aufmerksam, er zahle zu hohe Preise. Das stimmt nicht, Herr Kann. Ich habe drei Tage mit Herrn Dr. Ruppin wegen Bodenankaufes verhandelt. Er wollte mir nicht für einen geringeren Preis den Boden abtreten: Er ist teurer, weil er teurer geworden ist. Soviel über den Bodenpreis. Betrachten Sie den ganzen Prozeß in Palästina als den Ausdruck eines impulsiven .Wunsches, Palästina zu besitzen. Ich glaube Ihnen, Herr Kann, ich glaube auch den anderen Herren, wenn sie sagen, ,,wir wollen die Palästina-Arbeit!" Ich mache aber auf eines aufmerksam: Wenn Sie glauben, daß wir über Sie die Meinung verbreiten, daß Sie gegen die Palästinaarbeit sind, so sind Sie im Irrtum. Wissen Sie, wer das verbreitet hat? Herr Kann! Durch seine Reden in jeder jahreskonferenz, in jeder Versammlung und auch hier im Kongresse. (Lebhafte Zustimmung.) Es handelt sich nicht darum, ob Sie die Palästina-Arbeit wünschen oaer nicht. Ich werde Ihnen ein Beispiel anführen. Wenn Sie an eine Gruppe von christlichen Geistlichen herantreten und sie fragen, ob sie wünschen möchten, den Talmud auswendig zu können, so wird jeder von ihnen sagen: Ich wünsche es von ganzem Herzen! Aber ein Frühstück deshalb aufgeben, das wird er nicht. (Schallende Heiterkeit.) Und fragen Sie den Talmudbocher, wie er wünscht, den Talmud auswendig zu können. Zwanzig Jahre schläft er auf dem harten Boden und lebt bei Brot und Wasser, nur damit er den Talmud lernt! Man kann eben wünschen und wünschen. Von dem Grade der Intensität hängt es ab.

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