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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 233

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 233 (sequence 240)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 233 — behauptet, zuerst solle man Erfahrungen sammeln und dann Häuser bauen. Wir aber meinen, Erfahrung für den Häuserbau kann man nur beim Häuserbau sammeln. (Heiterkeit, und Zustimmung.) Es gibt kein anderes Mittel. (Beifall.) Herr Kann behauptet, altes, was wir in Palästina gemacht haben, sei sehr schlecht. Und wissen Sie, weshalb er es behauptet? Ich weiß natürlich, daß es seine Ueberzeugung ist, sonst hätte es Herr Kann nicht behauptet. Ich bemerke aber in dieser Kritik — die Kritik als solche interessiert mich nicht, nur die Meinung, die nach der Kritik fortdauert, interessiert mich — nur wieder den Fehler: Die Herren urteilen auf Grund von Berichten, die ihnen zugeschickt werden. Meine sehr geehrten Herren! Die Herren stehen an der Spitze unserer Banken, sie wissen, in Palästina geschieht etwas, es wird doch gearbeitet, Kolonien werden doch gegründet, Arbeiter kommen hinzu, neue Farmen werden ins Leben gerufen, Schulen für Arbeiter und Mädchenschulen werden geschaffen usw. usw. Da wäre es doch interessant gewesen, sich nicht so bureaukratische Informationen zu verschaffen, sondern vielleicht selbst nach Palästina zu gehen — man macht doch auch» sonst Reisen — und es müßte nicht immer eine Lustreise sein, — sondern hinzureisen und einige Monate dort zu bleiben. (Lebhafter Beifall.) Herr Kann, ich bin überzeugt, wenn Sie einige Monate in Palästina bleiben und sich die Dörfer ansehen, in das Arbeiterleben Einblick nehmen und die Farmen sich angesehen haben, Sie werden vielleicht ein besserer Fachmann sein als Herr Auhagen, denn er ist auch nur auf diese Weise Fachmann geworden. (Zwischenrufe.) Ich weiß, er hat sich in Deutschland für diese Sachen interessiert, aber er hat auch nicht Agronomie studiert, sondern hat sich praktisch damit beschäftigt. So ein praktischer Fachmann könnten auch Sie werden, Herr Kann. Dazu ist es aber nötig, daß man einige Zeit im Lande zubringt. Wenn man mit Beschuldigungen kommt, muß man doch eine gewisse Autorität besitzen, muß man Vorzüge gegenüber dem Beschuldigten haben. Worin besteht nun der Vorzug des Herrn Kann gegenüber Dr. R u p p i n? Dr. R u p p i n arbeitet seit 6 Jahren in Palästina, und Herr Kann verwaltet aus der Ferne auf Grund drahtloser Telegramme die Sache von dem Haag aus. (Lebhafte Heiterkeit.) Darin besteht sein einziger Vorzug. (Lebhafter Beifall.) Herr Kann hat davon gesprochen, daß der Boden gar nicht teurer wäre. Er sagt, die Zukunft wird uns belehren. Er sagt dies gegenüber der Behauptung Dr. R u p p i n s, daß durch die Okkupation des Bodens der Preis desselben steige. Nun kommt Herr Kann mit der entgegengesetzten Behauptung. Ich habe erwartet, er werde vielleicht Beweise für seine Behauptung bringen. Herr Kann sagt aber: Die Zukunft wird uns darüber belehren. Dann wollen wir, meine Herren, abwarten und nicht Akzepte ausstellen auf Grund eines prophetischen Geistes. Das geht doch nicht. (Lebhafter Beifall.) Und in der Tat, meine Herren, man muß nur die Verhältnisse in Palästina kennen. Wir erobern Palästina nicht durch das Schwert und nicht mit Kanonen. Wenn man aber die Sache nicht bloß von der anatomischen Seite betrachtet, sondern wirklich in die Seele eindringt und sieht, welche Kraft dazu nötig ist, um von Boden Besitz zu ergreifen, dann wird man auch den Prozeß verstehen und wird zugeben müssen: jeder Boden, der in sich schon Blut aufgenommen hat, muß teurer sein, wenn nicht auf dem Markte, wenn nicht auf der Börse, so doch im nationalen Sinne. Das begreifen Sie doch. Wenn so und so viele gefallen sind, müssen Sie zugeben, daß der Boden teurer geworden ist — das Wort „teurer" hat doch auch noch eine andere Bedeutung! — Und wenn durch diesen Prozeß und durch Unglücksfälle, die unvermeidlich sind bei jeder neuen Kolonisation, Geld verloren wird, so muß doch das Geld dann eben auf den anderen Boden aufgeteilt werden. Sie haben, Herr Kann, von Herrn Fischer gesprochen, und

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