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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 227

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 227 (sequence 234)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4146-3480289
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— 227 — Häusern, wo jeder Bau, der mit dem Geld des Nationalfonds ausgeführt wird, manchmal das Doppelte des Voranschlages kostet, und dann heißt es, man habe keine Erfahrungen gehabt über den Bau. Man versucht ferner, die großen Ausgaben der verschiedenen Wirtschaften damit zu beschönigen, daß man sagt, der Boden sei durch die Okkupation im Werte gestiegen. Die Zukunft wird darüber Aufschluß geben, aber Sachverständige, wie Herr Aronsohn und Herr Dr. Auhagen, sind darin einig, daß in unzweckmäßiger und unnützer Weise Gelder verausgabt wurden. Manchmal wurden diese Ausgaben den Bodenpreisen zugeschlagen. Das ist der Grund, daß Käufer von dem Boden, z. B. die von Merchawja, und voran die Siedlungsgenossenschaft, einen zu hohen Preis für den Boden bezahlt haben. Wenn wir nach einiger Zeit hören werden, daß die Siedlungsgenossenschaft keine guten Erträgnisse bringen wird, dann wird das zum Teile darauf zurückzuführen sein, daß man für diesen Boden einen zu hohen Preis gezahlt hat. Ich werde Herrn Dr. Ruppin bei seinen Ausführungen über die Wertsteigerungen des Bodens nicht folgen. Wir wissen, daß der Bodenkauf zu einem großen Teil durch ihn geht. Er selbst macht gewissermaßen die Preise. Herr Dr. Ruppin weiß genau so gut wie ich, daß der Wert sich nicht nach dem richtet, was der Eigentümer verlangt, selbst nicht nach dem, was ihm schon geboten wurde. Bei den besonderen Verhältnissen in Palästina muß man, wenn man durchaus einen Boden haben will, eben mehr als den Wert zahlen. Ich kann nicht zugeben, daß die Wirtschaften der P. L. D. C. zu der Wertsteigerung beigetragen haben; denn diese Wirtschaften waren keine guten. Unser Zentralorgan, die „Welt", publizierte einen sehr rosig gefärbten Bericht der P. L. D. C. Die Bilanz gab nach meiner Meinung kein richtiges Bild der wirklichen Lage. Indessen verweigerte die „Welt" die Aufnahme meiner Kritik, (Hört, hört.) Es ist im vorigen Jahre schon vorgekommen, daß eine Bilanz überhaupt nicht veröffentlicht wurde und zwar aus Zweckmäßigkeitsgründen! Ich habe Grund, anzunehmen, daß man lieber nicht in die Oeffentlichkeit mit der Bilanz ging. Indessen wurden doch weitere Aktien der P. L. D. C. verkauft. Bezüglich der Erziehung und Ausbildung von Arbeitern gibt es ein Schlagwort. Das ist heute etwas sehr Populäres, und Herr Dr. Ruppin hat hier von der Auslese der Tüchtigsten gesprochen. Das ist ja ein schönes Ideal, und ich verstehe, daß Arbeiter da erzogen und ausgebildet werden, wo gut technisch gearbeitet wird, und wo sparsam gewirtschaftet wird. Nicht aber da, wo der eine Fehlschlag dem andern folgt und mit Geld herumgeschmissen wird. Ich gehöre zu denjenigen, die die P. L. D. C. bei der Gründung unterstützt haben; allein die schlechte Verwaltung, die fortwährenden Fehlschläge und besonders die für die zionistische Oeffentlichkeit mundgerecht gemachten rosigen Mitteilungen haben mich stutzig gemacht. Man sagt, daß ich im Unrecht bin, wenn ich von Palästinaunternehmungen Zinsen verlange. Ich verlange jedoch dieselben nur da, wo sie ausdrücklich in Aussicht gesteift wurden, in erster Reihe für den jüdischen Nationalfonds. Der Nationalfonds ist immer das Kaporahühnchen, er hat noch nie die vereinbarten Zinsen von der P. L. D. C. erhalten. Geehrter Kongreß! Dieselben Methoden wie bei der P. L. D. C. habe ich leider bei der Berliner Verwaltung des Bezalel konstatieren müssen. Ich werde nicht ganz auf die Details eingehen, aber ich weiß, daß es der Verwaltung bekannt war, daß die Bilanz des Bezalel frisiert war, und das nur zu dem Zweck, um die Beschaffung neuer Betriebsmittel für die Schule zu erleichtern. Ich habe mich immer diesem unreellen Vorgehen widersetzt. 15*

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