Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 225 (sequence 232)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4144-3480287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 225 sagte — Sie mögen in Einzelheiten mit mir differieren, aber im großen ganzen werden Sie alle meiner Forderung nachgeben und sie zugestehen — wir brauchen und hätten längst haben sollen eine Palästina-; Zentrale am Sitze der Leitung. Heute kann ich sagen, und damit schließe ich: was die Leitung getan hat, und was sie uns berichtet hat, ist gut, ist ordentlich, ist lobenswert gewesen in jeder Hinsicht, außer im wichtigsten Punkte, in der Palästina-Arbeit! Dort ist es absolut unzureichend. Da aber auch unsere politische Tätigkeit auf unsere Palästinaarbeit aufgebaut ist — Sie sehen das sowohl am Berichte, wie an der Stimmung des ganzen Kongresses —, so wird auch unsere politische Arbeit wachsen auf Grund der gesteigerten Palästinaarbeit, und auch unsere Propaganda wird wachsen, wenn wir auf mehr hinzuweisen haben als bisher. Die ganze Bewegung wird wachsen, wenn Sie den zentralen Punkt, mit Bezug auf den ich so unzufrieden sein mußte, von diesem Kongresse an in viel größerem Maßstabe in die Erscheinung treten lassen. In diesem Sinne stelle ich eine Forderung an Sie, für die ich einen Antrag formulieren werde. Es hat keinen Sinn, Ihnen heute schon den Antrag im Wortlaute vorzutragen. Wir werden ihn erst in der Palästinakommission genauer formulieren. Geehrter Kongreß! Dieser Antrag wird kommen, nehmen Sie ihn an! (Lebhafter Beifall.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat Herr Kann. Deleg. Kann (mit stürmischem Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Meine Damen und Herren! Ich will damit anfangen, Herrn Dr. R u p p i n meine Anerkennung zu zollen für die glänzende Auseinandersetzung seines Kolonisationssystems. Leider verstehe ich nicht, Ihnen solche theoretischen Auseinandersetzungen zu geben, doch dagegen bin ich damit vertraut, mit Zahlen umzugehen. Die Zahlen sollen sprechen. Mir sagen die Zahlen, daß in der Praxis das System Dr. R u p p i n 9 nicht ganz durchführbar ist. Ich habe Ihnen ein Expose übermittelt, in dem ich ausführte, daß die Palästinaarbeit einer erheblichen Umgestaltung bedarf. Das war die Tendenz meines Memorandums. Eine andere Tendenz ist nicht vorhanden. Wenn Herr M o t z k i n behauptet, daß ich gegen die Palästinaarbeit kämpfe, so ist das nicht richtig. Ich bin für die Palästinaarbeit; aber da verbreitet worden ist, daß ich gegen die Palästinaarbeit bin und ich hier die Art der Palästinaarbeit einer Kritik unterziehen werde, mag es für manchen den Anschein haben, als ob ich gegen die Palästinaarbeit selbst sprechen würde. Das macht die Aufgabe für mich sehr schwer. Denn die Palästinaarbeit ist doch das Lieblingskind der allergrößten Zahl der Zionisten. (Ruf: Es sind viele Delegierte da, die nicht zuhören können, weil sie keine Plätze finden!) Präsident Wolffsohn: Es ist selbstverständlich, daß die Nichtdelegierten zurücktreten müssen. Ich bitte die Ordner, ihres Amtes zu walten! Del. Kann (fortfahrend): Als ich vor sechs Jahren in Palästina war, sagte ich Herrn L e v o n t i n: die Bank ist doch für Palästina da, wir sollen allmählich die Geschäfte der Bank über ganz Palästina ausdehnen, aber ohne Ueberstürzung, und wenn es dann vorgekommen ist, daß man nicht schnell genug eine Filiale gründete, dann war dieser oder jener bald dabei, zu sagen, die Direktoren der Bank sind gegen die Palästinaarbeit. Wir haben durch die A. P. C. jedoch Erfolge erzielt, die heute kein Mensch leugnen kann. Wenn es mit manchen anderen Unternehmungen in Palästina nicht so gut aussieht, dann braucht uns das nicht zu entmutigen. Die Vor- 15

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.