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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 219

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 219 (sequence 226)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 219 — gut sein! — Und so schadet uns die untätige Existenz dieses „Industriesyndikates" bei allen industriellen Unternehmungen. Aehnlich wie hier sind andere Gebiete monopolisiert worden. Professor Warburg, der bei vielen von Ihnen in dem Rufe steht, allzu viele Sachen zu gründen und nichts richtig durchzuführen, hat in der Tat fast auf jede Art der Palästinaarbeit ein Monopol gelegt. Niemand anders kann heran, ich kann es sicher nicht. (Zwischenrufe.) Dadurch, daß in der denkbar kleinlichsten (Weise jeder Teil der Palästinaarbeit monopolisiert ist, geht nichts vorwärts. (Widerspruch.) Soll ich Ihnen Beispiele anführen? Ich könnte es stundenlang, aber Sie haben nur für wenige Minuten Zeit. Ich werde auf diese Industriesyndikats-Angelegenheiten später noch zurückkommen und auf die Monopolisierung der Industrie durch dieses untätige Syndikat. (Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe! Del. Trietsch (fortfahrend): Von der Palästina-Handelsgesellschaft will ich nicht einmal reden. Da ist vor vielen Jahren ein Unternehmen gegründet worden. Es ist in der bösesten Weise zugrunde gegangen und zwar nicht einmal durch Verluste in Palästina; aber das Handelsinteresse an Palästina ist dadurch doch auf das äußerste entmutigt worden. Wenn wir unter zionistischer Mithilfe, mit zionistischer Initiative, eine Palästina-Handelsgesellschaft gründen und sie muß außer Landes gehen, um Geschäfte zu machen, wie soll man dann von dem Handelsvolke der Juden verlangen, daß es seine Blicke nach Palästina, als nach dem Lande der Zukunft, richte. Und seit diese Sache zugrunde gegangen ist, ist von der Organisation nichts Neues aufgetaucht, und von privaten Seiten ist auch kein Handelsunternehmen ermutigt worden. Wir haben auch eine Immobiliengesellschaft. Wenn diese gute Geschäfte macht, trotz kleinen Kapitals, so sollte das zeigen, daß das Immobiliengeschäft — einigermaßen richtig angefangen — bei den merkwürdigen Verhältnissen Palästinas und in Verbindung mit der jüdischen Einwanderung und Kolonisation enorme oder doch mindestens große Resultate bringen muß. Warum — frage ich nun — ist dieses Geschäft in einer so absolut unzureichenden Weise proponiert worden? Warum haben wir hier nicht in größerem Maßstabe gearbeitet? (Del. Dr. Heymann: Weil kein Mensch Geld dafür gibt!) Herr Dr. Hey mann, das stimmt höchstens für den jetzigen Maßstab, dem absolut jeder Schwung fehlt. (Del. Dr. Heymann: Absolut! Reden hilft!) Wir haben den Zionismus auf keine andere Weise als durch Reden bis auf den heutigen Zustand gebracht, und hier handelt es sich nicht um bloßes Reden, sondern um Geschäfte, die ich Ihnen hier freilich nicht im Einzelnen auseinandersetzen kann. Aber die Gelegenheit dazu wird sich schon ergeben. Sie wird sich in der Palästina-Kommission ergeben, und wer die Publikationen, auch die offiziellen, verfolgt, wird in meinen diesbezüglichen Arbeiten sicherlich mehr gefunden haben, als bloße Redensarten. Herr Dr. Ruppin hat gesagt: Wenn wir nicht mehr landwirtschaftliche Schulen haben, so liegt es an dem Mangel an Mitteln. Ich glaube das nicht, sondern ich glaube, die Forderung ist nicht laut und nicht energisch genug gestellt nvorden. Wenn die Notwendigkeit der Sache mit dem gehörigen Nachdruck gezeigt worden wäre, so hätten wir die Gelder bekommen oder hätten sie uns irgendwie beschaffen können. Darüber ist gar kein Zweifel. Sie haben in Frage gestellt, ob meine Kritik inbezug auf das Industriesyndikat etc. berechtigt ist. Ich gebe Ihnen einige Beispiele. Wir haben — und darin hat Herr Dr. Ruppin recht — heute vielleicht noch keine Möglichkeit einer Großindustrie in Palästina. Auch mittlere Industrien entbehren heute meist noch der nötigen Grund-

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