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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 217

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 217 (sequence 224)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 217 — und habe für meinen Teil dazu beigetragen, daß wir sie heute haben, — aber mit dem Tempo, dem Umfange und der Auffassung von unseren Möglichkeiten und vor allem mit Ihrer Zufriedenheit bin ich absolut nicht zufrieden! (Beifall.) Ich bin auch noch mit anderen Dingen unzufrieden und ich muß es hier erklären, daß ich mit meiner Unzufriedenheit über die Ausführung der Dinge in zahlreichen Fällen schon lange hätte hervortreten müssen, aber bisher galt für mich ein großes Bedenken, gegenüber dem ich alles andere zurückstellen mußte. Wir haben bis heute einen Kampf im Zionismus zwischen der sogenannten politischen und der praktischen Richtung gehabt. Und wenn ich in früheren Jahren — in der Zeit, als dieser Kampf noch nicht entschieden war — eine scharfe Kritik an der Art der Durchführung der Palästinaarbeit geübt hätte, so würde die politische Richtung den Vorteil daraus gezogen haben zum Schaden des einzig richtigen Vorgehens, und so mußte ich — so leid es mir tat und SO' schwer es mir wurde — meine Kritik zurückstellen. Heute, geehrter Kongreß, ist diese Frage entschieden, und niemals werden wir zu jener „politischen" Richtung, zur palästinaarbeitsfeindjlichen Richtung, oder zu irgendeiner Verkleinerung des Jetzigen zurückkehren. Das ist ausgeschlossen. (Lebhafter Beifall.) Auch die Entscheidung über die Banksachen, die wir hier fällen werden, wird ein Sieg der neuen Richtung sein oder auf alle Fälle so gestaltet werden, daß eine Rückkehr zu früheren Tendenzen ausgeschlossen erscheint, und das gibt mir das Recht und die Pflicht, heute nachzuholen, was ich an der Kritik der Palästinaarbeit bisher habe verschweigen müssen im Interesse der gegenwärtigen Richtung. Meine Damen und Herren! Ich benenne hier, was ich privatim! niemals verheimlicht habe und was ich andeutungsweise auch die ganze Zeit hindurch gesagt habe, daß die Kritiker unserer Palästinaarbeit .— ich meine unsere Hauptkritiker, die Herren Wolffsohn und Kann — weitaus in der Mehrzahl der Fälle in bezug auf die Grundlagen ihrer Kritik recht haben. (Hört, hört.) Im allzu großen Eifer gegen die Palästinaarbeit sind sie dann über das Ziel hinausgegangen. Aber das meiste, was sie zu kritisieren hatten, hatte ich ebenfalls zu kritisieren, und wenn ich diese Kritik zurückgestellt habe, geschah es aus einem einfachen und klaren Grunde, den ich Ihnen in deutlichen Worten sagen will. I ch war unzufrieden, weil die Dinge nicht genügend gut, nicht genügend schnell und nicht genügend' groß gemacht wurden. Ich wollte ein Mehr, ein so bedeutendes Mehr, daß es mit dem bisherigen Zustande gar keinen Vergleich verträgt. Die Herren Kritiker aber, von denen ich soeben sprach, wollten die Palästinaarbeit kritisieren, um sie unmöglich zu machen und sie zurückzudrängen, — oder wenn Sie ihre eigenen Versicherungen nehmen wollen, um zu warten, bis sich jene Projekte und Pläne zeigen, die nach ihrer Ansicht zum Ziele führen, das sich der Zionismus gesteckt hat. Solche Pläne haben sich jedoch nicht gezeigt, und es ist nichts Besseres gekommen für das, was sie kritisierten. Man sah vielmehr nur den Wunsch, das, was geschah, was eingeleitet wurde, aufhören zu lassen! Insofern sind die Kritiken, die ich verschweigen mußte und die die anderen verlautbarten, von zwei absolut verschiedenen Gesichtspunkten ausgegangen, und wenn ich mich heute zu vielen Einzelheiten bekenne, die die Herren vorgebracht haben, so werden Sie das nicht weiter mißverstehen können. Ich will keinen Zweifel darüber lassen, daß die neue Richtung meiner Ansicht nach gegenüber der früheren einen ganz außerordent-

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