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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 213

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 213 (sequence 220)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4132-3480275
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— 213 — so könnte wahrscheinlich auch Palästina, das ja an landschaftlichen Reizen nicht arm ist und an geschichtlichen Erinnerungsstätten überhaupt kaum von einem anderen Lande übertroffen wird, große Scharen von Reisenden heranziehen und insbesondere die Juden, die unter dem internationalen Reisepublikum einen so großen Prozentsatz bilden, würden doch wohl für Palästina zu interessieren sein. Es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis Palästina von Europa aus sogar auf dem Bahnwege erreicht werden kann und hierdurch, wie durch den bevorstehenden Bau von Häfen in Jaffa und Haifa^ durch die jetzt im Bau befindliche Bahnstrecke Haifa—Jerusalem werden sich die Verkehrsverhältnisse so verbessern, daß eine Reise nach und in Palästina nicht beschwerlicher ist als eine Reise nach Aegypten. Wir wenden dieser Frage unsere besondere Aufmerksamkeit zu und haben durch Herausgabe eines Reiseführers und durch Gründung eines Reisebureaus den jüdischen Reiseverkehr zu fördern gesucht. Weitere Projekte wegen des Baues von modernen Hotels und Bade-Etablissements am Meere sind in Vorbereitung. Außer aus dieser Fremdenindustrie wird Palästina vielleicht auch aus seinem Schulwesen mit der Zeit wirtschaftliche Vorteile erzielen können. Schon heute bringt das hebräische Gymnasium in Jaffa durch die ihm von auswärts zugesandten Schüler fast 250 000 Francs Pensionsgelder unter die jüdische Bevölkerung von Jaffa. (Lebhafter Beifall.) Mit der weiteren Ausgestaltung des Schulwesens und mit der Eröffnung des Technikums wird die Zahl der Eltern, die „ihre Kinder nach Palästina entsenden, hoffentlich eine größere werden, und ich halte es für keine zu kühne Phantasie, wenn ich glaube, daß Jaffa, Haifa und Jerusalem mit der Zeit ein jüdisches Lausanne werden können. Aber all diese Aussichten bewirken natürlich noch keine rapide Volksvermehrung. Wir werden uns mit der Tatsache abfinden müssen, daß die Juden in Palästina,, die heute hunderttausend Seelen unter einer Gesamtbevölkerung von 700 000 zählen, mindestens noch einige Jahrzehnte nötig haben werden, bis sie in Palästina die Mehrheit der Bevölkerung bilden, trotzdem ihre natürliche Vermehrung etwas größer zu sein scheint als die Vermehrung der nicht jüdischen Bevölkerung. Im Anfange der zionistischen Bewegung war vielfach die Ansicht verbreite^ Palästina sei ein leeres Land, und vielleicht ist unsere ganze frühere Taktik in hohem Maße von dieser irrigen Auffassung bestimmt worden. Wir haben inzwischen gründlich umlernen müssen. Palästina ist zwar mit seinen 23 Einwohnern auf den Quadratkilometer ein dünn bevölkertes Land und könnte sicherlich bei entwickelter Wirtschaft das Vierfache seiner jetzigen Bevölkerung ernähren. Aber vorläufig ist jeder Fußbreit brauchbarer Boden dort in Privatbesitz und, wenn auch extensiv, bearbeitet, und vorläufig sind die Araber der Zahl nach sechsmal stärker als wir. Wir können die Wirkungen dieses ungünstigen Zahlenverhältnisses nur dadurch wettmachen, daß wir uns vorläufig nicht durch ganz Palästina zerstreuen, sondern uns an einigen Punkten konzentrieren und hier geschlossene Siedlungen bilden. Nur auf diese Weise können wir schon heute in gewissem Umfange das erreichen, was wir erstreben, nämlich ein jüdisches Milieu und einen geschlossenen

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