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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 211

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 211 (sequence 218)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4130-3480273
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— 211 — nicht zur Ordnung und in der Wirtschaft nicht vorwärts, weil die Frau das Hauswesen nicht zu verwalten versteht. Gilt das schon für den heutigen Kolonisten, so gilt es noch in viel höherem Maße für den Kleinkolonisten, dessen Existenz ohne die Mithilfe von Frau und Kindern bei allen leichteren Arbeiten überhaupt undenkbar ist. Es ist eine durchaus unaufschiebbare Aufgabe, hier einzugreifen, wie es in letzter Zeit durch die Beschäftigung von Mädchen in den Farmen und in den Arbeiterküchen, durch die vom Verband Jüdischer Frauen begründete Mädchenfarm in Kinereth und durch die landwirtschaftliche Schule in Petach-Tikwah geschehen ist. Verehrter Kongreß! Ich bin zu Ende mit dem, was ich Ihnen über die landwirtschaftliche Kolonisation zu sagen hatte. Es ist sehr lang ausgefallen, aber ich wollte in dieser wichtigsten und meist umstrittenen Frage nach Möglichkeit erschöpfend sein. Ich werde mich dafür, um Ihre Geduld nicht zu sehr auf die Probe zu stellen, bei den folgenden Punkten umso kürzer fassen. Es ist mehrfach behauptet worden, daß wir infolge unserer Vorliebe für das landwirtschaftliche Problem die wirtschaftliche Stärkung der Juden in den Städten vernachlässigten. Tatsächlich ist für die Entwicklung von Industrie in den, Städten wenig geschehen. Im Handel haben die Juden in den letzten Jahren meines Erachtens an Terrain gewonnen, industriell sind wir aber über den Bezalel und die Spitzenateliers nur insoweit hinausgekommen, als infolge der verstärkten Bautätigkeit der Juden ein stärkeres Einströmen der Juden in das Baugewerbe erfolgte und die Herstellung von Baumaterialien durch Juden in die Hand genommen wurde. Was daneben noch von Industrie bei Juden existiert, ist — abgesehen von der Weinfabrikation — nicht bedeutend und beschränkt sich auf wenige Unternehmungen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte für inländischen Bedarf, wie Mühlen, Oelfabriken und Gerbereien, oder zur Wasserbeschaffung für landwirtschaftliche Zwecke, wie die Bewässerungsgesellschaft Palästina oder einige mechanische Werkstätten. Es ist aber nicht richtig, daß der geringe Erfolg in der Einführung von Industrie in mangelnden Bemühungen seine Ursache hat. Wir haben alles, was in unseren Kräften stand, getan, um einige Verkehrsunternehmungen, die uns aussichtsreich schienen, ins Leben zu rufen, aber alle Verhandlungen sind schließlich an der Passivität der Behörden oder an der Aufstellung unannehmbarer Bedingungen oder an illoyaler Konkurrenz von anderer Seite gescheitert. Dies zu ändern, stand nicht in unserer Macht. In der Landwirtschaft, wo wir Menschen heranbilden wollen, müssen wir in gewissem Umfange auch unrentable Unternehmungen beginnen. Wo aber dieser Zweck wegfällt, und wo nicht besondere andere nationale Motive mitsprechen, können wir selbstverständlich nur an Unternehmungen herantreten, die sich bezahlt zu machen versprechen. Und da entsprechende Bedingungen nicht zu erlangen waren, mußten wir untätig bleiben. Nun gibt es außer den konzessionspf lichtigen Verkehrsunternehmungen auch konzessionsfreie industrielle Unternehmungen. Aber alle diese Unternehmungen haben natürlich — mit einigen gleich zu besprechenden Ausnahmen — mit der europäischen Xonkurrenz 14*

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