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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 206

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 206 (sequence 213)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4125-3480268
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— 206 — jüdischen Arbeitern auf unseren Farmen die Arbeiterfrage noch in keiner Weise gelöst ist. Obwohl nach dem Vorbilde unserer Farmen auch alle anderen, seitdem, von Privatleuten und Gesellschaften gegründeten Farmen mit jüdischen Arbeitern arbeiten — auch ein nicht gering anzuschlagender Erfolg unserer Farmen — und obwohl in all diesen Farmen zur Zeit bereits über 400 jüdische Arbeiter beschäftigt werden, so behält die Arbeiterfrage doch noch viele Stachel. Zunächst ist klar, daß die jungen Leute nicht ewig Lohnarbeiter bleiben wollen und sollen, die nur gerade eben den knappen Lebensunterhalt für sich selbst verdienen. Sie müssen eine Möglichkeit haben, wirtschaftlich vorwärts zu kommen und eine Familie zu gründen. Da wir mit einer Wiederaufnahme des früheren Kolonisationssystems, das auch ganz unbemittelten Leuten zu einer vollen Kolonisten-Stelle verhalf, kaum rechnen können, so sehe ich nur zwei Existenzmöglichkeiten: die erste Möglichkeit ist die Existenz als Häusler, der neben seinem Häuschen auf Dunam Boden etwas Gemüsebau und Geflügelzucht treibt und eine Kuh oder ein Paar Schafe hält, in der Hauptsache aber von Lohnr arbeit in einer Pflanzungskolonie lebt. Vielleicht wird es mit zunehmender Erfahrung besonders auf dem Gebiete des Gartenbaues möglich sein, allmählich den Typus eines Häuslers zu Schäften, für den die eigene kleine Wirtschaft die Hauptsache ist und die Lohnarbeit nur eine Nebenrolle spielt. Die Schaffung einer Häuslersteile kostet durchschnittlich nur'2000 bis 3000 Francs für den Bau des Häuschens, den Boden und die Wasserversorgung. Für das geringe bewegliche Inventar genügen einige 100 Francs. Solche Häuslerstellen könnten wir durch Kreditgewährung für Häuschen, Boden und Wasserinstallation auch mit unseren beschränkten Mitteln alljährlich in beträchtlicher Anzahl schaffen, zumal wir auf diesem Gebiete mit dem Odessaer Komitee, mit dem Kolonisationsverein Ezra und noch anderen Kolonisationsgesellschaften zusammenwirken. Die Arbeitersiedlungen in Ain Ganin, Bir Jakob, Nachlath Jehuda, Kafr Saba und Chedera sind die Früchte dieser gemeinsamen Tätigkeit. Aber diese Arbeitersiedlungen können nur in oder neben einer größeren Pflanzungskolonie bestehen, wo die Arbeiter Arbeit finden, und ihre Vermehrung ist deshalb immer von der Vermehrung der Pflanzenkolonien abhängig. Die unerwartet schnelle Verbreitung des Achooza-Gedankens eröffnet hier günstige Perspektiven. Neben der Ansiedlung von Arbeitern als Häusler wäre es für unsere Kolonisationsarbeit sehr wünschenswert, Arbeiter auch auf der Basis des Körnerbaues zu Bauern zu machen, weil iwir hierdurch in den Stand gesetzt wären, größere Terrains schnell unter den Pflug zu nehmen. Aber so wünschenswert diese Art der Kolonisation ist, so schwierig ist sie. Wollen wir nicht wieder in die Fehler der früheren Kolonisation verfallen, so müssen wir von den Ansiedlern nicht nur verlangen, daß sie für den Beruf gut vorbereitet sind — das sollen ja eben die Farmen tun — sondern daß auch die Installierung so erfolgt, daß kein Geld verloren geht. Das setzt wiederum voraus, daß eine landwirtschaftliche Betriebsform mit vorherrschendem Getreidebau gefunden wird, welche dau-

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