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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 205

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 205 (sequence 212)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 205 — lästinas das nicht gut machen können, was wir jetzt versäumen (lebhafter Beifall), und Millionen werden vielleicht da nicht ausreichen, wo jetzt Hunderttausende genügen. Ich will noch ein Argument der Kaufleute berühren, das ich manchmal gehört habe. Man sagt, daß unsere Farmen schon deshalb auf Erzielung von Profit ausgehen müßten, weil nur dadurch das Privatkapital herangezogen werden kann. Aber um sich zu überzeugen, daß die Landwirtschaft in Palästina profitabel sein kann, braucht der Privatkapitalist gar nicht die Ergebnisse unserer Farmen abzuwarten. Er kann in jeder judäischen Kolonie erfahren, daß Pflanzungen einen hohen Gewinn abwerfen. Man soll die Ziele nicht verwirren. Unsere Farmen haben vorläufig noch andere, höhere Aufgaben, als die Erzielung von Profiten. Was man von ihnen verlangen kann, ist, daß diejenigen unter ihnen, die nicht alljährlich neue Arbeiter aufnehmen, sondern größtenteils mit gelernten Arbeitern arbeiten, Rente bringen. Das bahnt sich in Kinereth und Daganiah auch bereits an. Es geht langsam," weil die Erfahrungen im Farmbetrieb mit jüdischen Arbeitern noch sehr jung sind und eine neue Technik erst im Entstehen begriffen ist. Nach all dem oben Gesagten kann ich mich über eine andere häufig gehörte Frage, weshalb wir in unseren Farmen nur jüdische Arbeiter beschäftigen, ganz kurz fassen. Von meinem Standpunkte aus hat die Frage überhaupt keinen Sinn, denn die Farmen sind uns ja nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zu gewissen Zwecken und unter diesen Zwecken nimmt die Ausbildung jüdischer landwirtschaftlicher Arbeiter die erste Stelle ein. (Lebhafter Beifall.) Und nicht nur für einfache Arbeiter, auch für die Ausbildung von Vorarbeitern und Leitern sind die Farmen fast unerläßlich. Wir bekommen ja auch unsere Agronomen nicht fix und fertig geliefert, sondern müssen sie erst durch die Arbeit erziehen. Solange man für die ebenso wichtige wie schwierige Erziehung von Städtern zur Landwirtschaft keinen anderen Weg zeigt, werden die Farmen diesen Erziehungszwecken auch weiterhin dienstbar sein müssen. Sie werden uns dann statt Zinsen etwas viel Notwendigeres geben: nämlich Menschen. Ich will nur nebenbei bemerken, obwohl es gar nicht so unwichtig ist, daß wir bei unserer Methode unsere Farmen zugleich zu Pflegestätten jüdischen Geistes und der hebräischen Sprache machen. (Lebhafter Beifall.) Und ferner: nur wenn wir in Palästina ein „Werk unserer Hände" schaffen und nicht Exploitatoren fremder Arbeit sind, erwerben wir uns ein moralisches Recht auf den Boden, den wir juristisch erworben haben. (Lebhafter Beifall.) Damit ist auch klar, daß wir bei der Beschäftigung jüdischer Arbeiter in keiner Weise von einer Animosität gegen die Araber, die ja gute profitable Arbeiter sind, geleitet werden, sondern nur von dem Bestreben, uns selbst zur Arbeit zu erziehen und unseren Boden mit unserem eigenen Schweiße zu düngen. Es ist selbstverständlich, daß wir überall auch Nichtjuden beschäftigen sollen und können, wo die Arbeit es verlangt und uns gleichwertige jüdische Arbeitskräfte nicht zu Gebote stehen. Ich brauche kaum zu sagen, daß mit der Beschäftigung von

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