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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 200

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 200 (sequence 207)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4119-3480262
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— 200 — denn die Preise für menschliche und tierische Arbeit sind in Palästina in den letzten 10 Jahren gestiegen, und man rechnet heute allgemein die Kosten für den Dunam Oliven ohne den Bodenpreis auf 90 bis 100 M., also für den Baum auf 9 bis 10 M. Aber auch selbst wenn in unserem Farmbetriebe mit jüdischen Arbeitern die Kosten höher wären, kann nach meiner Meinung noch immer nicht der geringste Zweifel darüber bestehen, daß wir doch diesen Weg gehen müssen, weil die Farmen für uns einen unschätzbaren kolonisatorischen Wert haben. Die Farm Ben Schemen z. B. hat als erste die Milchwirtschaft in den jüdischen Kolonien eingeführt. Bis dahin hatte keine einzige jüdische Kolonie eine rationelle Milchwirtschaft; kein einziger Liter Milch kam von den jüdischen Kolonien zum Verkauf in die Stadt. An schönen Reden an die Kolonisten, daß sie sich doch der Milchwirtschaft annehmen möchten, hat es nicht gefehlt, aber der Erfolg war gleich Null. Man hörte stets den Einwand, daß im Winter der Milchpreis zu niedrig sei, um die Milchproduktion lohnend zu machen, und im Sommer, wenn der Milchpreis hoch sei, fehle es an Futter und deshalb auch an Milch. In mehrjährigen Versuchen, bei denen wir vieles den Erfahrungen der benachbarten deutschen Kolonien verdanken, hat der Leiter unserer Farm Ben Schemen den Futterbau studiert und durchgeführt. Der Erfolg war, daß die benachbarte Kolonie Ekron die Sache sofort nachmachte und daß heute ben Schemen und Ekron Tel Awiw täglich mit Milch und Milchprodukten versorgen. Andere Kolonien sind im Begriffe dasselbe zu tun. Was theoretische Belehrungen und Ermahnungen niemals vermocht hätten, hat das praktische Beispiel in kürzester Zeit bewirkt. Wir werden den Kolonien bei der Aufnahme der Viehwirtschaft in einiger Zeit noch eine weitere wesentliche Hilfe leisten können. Die Rinderrasse Palästinas ist schlecht und gibt wenig Milch. Wir haben uns für die Farm Ben Schemen eine Anzahl guter Zuchttiere vom Libanon beschafft, und aus diesem Stamm werden wir allmählich alle Kolonien mit guten Zuchttieren versorgen können. Die Folgen dieser Aufnahme der Viehwirtschaft sind ganz unübersehbar, denn Viehwirtschaft gibt Dünger und Dünger gibt gute Ernten. Einen außerordentlichen Nutzen haben die beiden Farmen auch dadurch gebracht, daß sie als erste die Anpflanzung von Oliven und Mandeln im Großbetriebe mit jüdischen Arbeitern durchführten und dadurch für die privaten Pflanzungsgesellschaften ein lebendiges Vorbild schufen. Wenn wir den für den Fortschritt der Kolonisation so außerordentlich wichtigen Typus der Pflanzungsgesellschaften schaffen und die zahlenmäßigen und technischen Unterlagen dafür liefern konnten, so verdanken wir dies zum großen Teil den Erfahrungen, die uns unsere Farmen gaben. Als den größten Nutzen der Farmen sehe ich aber die. Heranbildung von jüdischen Arbeitern an. (Lebhafter Beifall.) Wenn in den letzten Jahren der fast schon versiegte Zustrom von jungen Leuten nach Palästina wieder zu fließen beginnt, wenn die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter, die vor fünf Jahren kaum 300 betrug, sich inzwischen verfünffacht hat, so ist dies nach übereinstimmender Ansicht aller Kenner der Verhältnisse in erster

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