Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 199 (sequence 206)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4118-3480261
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 199 — unsere schönste palästinensische Farm, wäre die Farm für die landwirtschaftliche Erziehung von Mädchen in Kinereth, wäre auch der Kauf von Merchawia unmöglich gewesen. Kinereth hat viel dazu beigetragen, daß heute Untergaliläa ein so frisches Leben zeigt und sich so verteilhaft von Obergaliläa abhebt. Ein Irrtum, der zum schnellen Handeln anregt, kann oft wertvoller sein als hundert Wahrheiten, die den Mut lähmen und zur Untätigkeit verurteilen. (Lebhafter Beifall.) Solch ein Irrtum war Kinereth. Ich hoffe, daß man einst Kinereth als unseren ersten Schritt zur Wiederbelebung des stagnierenden Kolonisationswerkes noch preisen wird, wenn das Defizit, das es uns in den ersten Jahren 'brachte, und das ja übrigens durch die Wertsteigerung des Bodens mehr als gedeckt ist, längst vergessen sein wird. (Lebhafter Beifall.) Was in Kinereth, im Norden des Landes, für Rechnung des P. L. D. C. geschah, erfolgte im Süden, auf dem Boden des J. N. F. in Hulda und Ben Schemen für Rechnung der Oelbaiumspende. Ich sagte schon oben, daß diese Terrains wegen ihrer isolierten Lage, ihrer Kleinheit und der Schwierigkeit der Wasserversorgung für eine landwirtschaftliche Bearbeitung nicht günstig waren. Es wäre zum Beispiel viel besser gewesen, statt zweier Terrains von je 2000 ein Terrain von 4000 Dunams zu haben; die Ausgaben für Verwaltung, Gebäude, Wasserbeschaffung, Bewachung hätten sich dadurch viel niedriger gestellt. Aber es stand nicht in unserer Macht, dies zu ändern. Die Terrains waren einmal da und erheischten die Bearbeitung. Da wäre es natürlich ganz verkehrt gewesen, wenn wir diese Terrains wegen der angeführten Mängel ihrem Schicksal überlassen und für den Herzlwald ein neues Terrain gekauft hätten. Es war immer noch besser, auf diesen Terrains mit höheren Kosten den Herzlwald zu pflanzen, als sie allen Gefahren preiszugeben, die mit der bis dahin geübten Verpachtung an Araber verbunden war. Die beiden Farmen bestehen jetzt fünf bzw. vier Jahre. Sie haben alle Aufgaben erfüllt, derentwegen sie gegründet waren. Freilich wenn man die Pflanzung des Herzlwaldes als Selbstzweck betrachtet, so hätte man wahrscheinlich leichter dazu kommen können, wenn man die Anpflanzung unter Aufsicht einiger Kolonisten durch die Araber der Umgegend hätte vornehmen lassen. Es bestand damals in unseren Kreisen große Neigung dazu. Aber ich rechne es mir zum Verdienst an, daß ich diesen Wünschen nicht nachgegeben und von vornherein die Pflanzung des Herzlwaldes nicht als Selbstzweck behandelt, sondern aus ihr ein Mittel zur Errichtung und Unterhaltung zweier Farmen gemacht habe. Der Herzlwald selbst kommt dabei nicht zu kurz; seine Anpflanzung ist fast beendet und in drei bis vier Jahren werden wir bereits die ersten Erträge haben. Allerdings ist es möglich, daß der einzelne Oelbaum sich nicht auf sechs Mark, wie man vor mehr als zehn Jahre berechnet hatte, sondern einige Mark teurer stellen wird, oder daß der Preis von sechs Mark als Durchschnitt nur dann bestehen bleiben wird, wenn man auch die anderen, als Zwischenkulturen gepflanzten Bäume hinziurechnet. Ich weiß nicht, ob bei irgend einer anderen Wirtschaftsart, selbst mit arabischen Arbeitern, der Oelbaum heute mit 6 M. zu pflanzen ist,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.