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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 198

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 198 (sequence 205)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 198 — zu Jahr schwieriger geworden wäre, den Boden von den Pächtern zurückzubekommen, und ein Brachliegenlassen des Bodens endlich war mit Rücksicht auf die türkische Gesetzgebung ausgeschlossen. Also blieb nur übrig, den Boden in eigene Bewirtschaftung zu nehmen. Aber dafür wollte und konnte der jüdische Nationalfonds kein Geld hergeben, weil die Sache zu riskant war. Aus diesem Dilemma schien es überhaupt keinen Ausweg zu geben. So standen also die Dinge. Und mehr als einmal däuchte es mir vermessen, mit den winzigen Mitteln an all diese Aufgaben heranzutreten und mit M. 300.000 etwas Nachhaltiges für ein Kolonisationswerk tun zu wollen, für welches der Baron Rothschild, wie man sagt, bereits mehr als 50 Millionen Mark ausgegeben hatte. Aber schließlich siegte der Optimismus. Ich sage mir: im Anfang ist die Tat. Die Tat hieß: Kinereth. Ich entschloß mich, die Mittel der P. L. D. C. zu benutzen, um auf demBoden des Nationalfonds in Kinereth einen Farmbetrieb einzurichten. Als dies in Palästina bekannt wurde, versammelte sich in Jaffa der damals bestehende Palästinarat und nahm in vielen Sitzungen und in einem ausführlichen Memorandum energisch gegen dieses Projekt Stellung. Seine Hauptargumente waren zwei. Erstens: die Farm wird eine Administration haben und kann schon deshalb nicht taugen; zweitens: an die in der veröffentlichten Rentabilitätsberechnung in Aussicht gestellte Rentabilität ist nicht zu denken. Bei dem ersten Argument spielte eine Begriffsverwirrung mit, die in ganz Palästina damals geläufig war. Man verknüpfte seit der Kritik Achad Haams mit dem Begriffe Administration unvermeidlich stets den Begriff der Bevormundung; man sah nicht ein, daß ein Administrator im Sinne Achad Haams, der als eine Art Protektor und Vermittler zwischen einem fernen Geldgeber und den quasi selbständigen Kolonisten stand, etwas vollständig anderes ist als der Verwalter einer Farm, in der Lohnarbeiter beschäftigt sind. In diesem Punkte hatte also der Palästinarat Unrecht; dagegen hatte er in dem zweiten Punkte vollständig Recht. Es war in der Tat ein Irrtum, wenn ich auf Grund der von Fachleuten aufgestellten Rentabilitätsberechnung annahm, daß die Farm schon im ersten vollen Wirtschaftsjahr eine Rente abwerfen würde. Die Erfahrung hat mich inzwischen belehrt, daß die Okkupation neuen Bodens in Palästina so viele faux frais mit sich bringt, daß in den ersten Jahren eine Rentabilität ausgeschlossen ist. Aber ich bereue heute diesen Irrtum nicht. Hätte ich nicht irrtümlicherweise eine baldige Rentabilität des Betriebes angenommen, so hätte ich vielleicht nicht den Mut gehabt, die Farm zu begründen; und dann wäre das Ufer des Tiberias-Sees, das jetzt die schönste jüdische Kolonie trägt, noch heute wüst und leer, die J. C. A. hätte nicht ihre wenigen Kolonisten dort ansiedeln können, die Gesellschaft Hoachooza in St. Louis hätte nicht daran gedacht, dort die erste, neue, große Pflanzungskolonie anzulegen, an die sich soviele Hoffnungen knüpfen, die Kapitalisten, die ein Jahr später Medjdel kauften, hätten nie den Mut dazu gehabt, wenn nicht die Farm Kinereth ihnen den Weg gewiesen hätte, und schließlich wäre selbstverständlich Dagania,

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