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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 195

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 195 (sequence 202)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4114-3480257
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— 195 - Palästina praktisch arbeiten wolle, sie nichts anderes tun 'könne, als was man bisher getan habe: die bestehenden Kolonisten zu unterstützen und neue Kolonisten durch Gewährung der notwendigen Mittel zu schaffen. .„Ihr wollt einen Herzlwald pflanzen und Qeld dafür ausgeben? sehr gut; übergebt es den Kolonisten der Nachbarschaft, damit sie das Geld verdienen". „Ihr habt den Jüdischen Nationalfonds? vortrefflich; kauft mit dem Gelde Boden bei einer Kolonie und siedelt darauf neue Kolonisten an". Es gab in Palästina aber auch nicht wenig Leute, die überhaupt jede Tätigkeit seitens der Organisation für verderblich hielten. Für sie war das a und b ihrer Weisheit, daß nur die Privatinitiative dem Kolonisationswerk helfen könne und daß jede Tätigkeit einer Administration gar nichts wert sei. Es gab schließlich auch Leute, Schüler von Achad Haam, die in einer meines Erachtens mißverständlichen Auffassung der Lehren ihres Meisters überhaupt von kolonisatorischer Arbeit nichts wissen wollten. Nach ihrer Meinung mußte sich die zionistische Organisation, wenn sie in Palästina praktisch arbeiten wollte, ausschließlich die Förderung der hebräischen Sprache, des Schulwesens und sonstiger kultureller Institutionen zum Ziele setzen, um dadurch in Palästina möglichst rasch ein jüdisches Kulturzentrum zu schaffen. Sie wissen alle, daß wir in Palästina weder den Weg der alten Kolonisation gegangen sind, noch still und stumm auf die Privatinitiative gewartet, noch ausschließlich Kulturarbeit getrieben haben. Den Weg der alten Kolonisation konnten wir schon deshalb nicht gehen, weil unsere Mittel dazu viel zu klein waren. Mit den damaligen Jahreseinnahmen des Jüdischen Nationalfonds hätten wir gerade ein Dutzend neue Kolonisten ansiedeln, mit den Geldern der Oelbaumspende einigen alten Kolonisten und hundert arabischen Arbeitern für ein paar Jahre Verdienst geben können. Wäre es nicht lächerlich gewesen, hiermit die praktische Arbeit, von der man so viel gesprochen und für die man ein eigenes Amt gegründet hatte, zu beginnen? Und auf die Privatinitiative warten, hieß einfach die Arbeit ad calendas graecas vertagen. Was sollte denn den jüdischen Kapitalisten bewegen, seine Gelder in Palästina anzulegen? Und wie hätte er es überhaupt tun können? Wenn er in die jüdischen Kolonien kam und dort nur alte Leute und die allgemeine Mutlosigkeit sah, so erlebte er eine furchtbare Enttäuschung, und meist galt von ihm das Wort: da wendet sich der Gast mit Grausen. Wenn aber doch einmal jemand durchaus ein Stück Land kaufen und bewirtschaften wollte, so fehlte ihm auch hierzu die Möglichkeit. Keine Parzellierungsgesellschaft gab ihm dasjenige Land und soviel Land, als er gerade brauchte. Entweder vertröstete man ihn, daß später vielleicht einmal ein passendes Terrain gekauft werden würde, oder man bot ihm ein beliebiges, gerade käufliches oder gekauftes isoliertes Terrain an, mochte es in Lage, Qualität und Größe passen oder nicht. Es war ungefähr so, als wenn jemand in einen Laden tritt, um ein paar Schuhe zu kaufen und der Verkäufer ihm mit gewinnendem Lächeln ein lebendiges Rind anbietet, das er nur zu schlachten, zu häuten, zu gerben und zu verarbeiten brauche, um die gewünschten Schuhe 13* l

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