Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 196)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 189 — noch Gelegenheit vorhanden sein, wie ja überhaupt leider der Kongreß viel zu sehr mit Prinzipienfragen beschäftigt ist, um sich der Erörterung unserer praktischen Aufgaben mit genügender Ruhe zu widmen. Wenn man aber auch prinzipiell den Standpunkt der Zentralisation vertritt, so ist die Frage der praktischen Durchführung dieses Prinzips dennoch eine erst noch zu prüfende Frage der Zweckmäßigkeit. Was nun diese Frage der Zweckmäßigkeit betrifft, so sprechen gewiß manche gewichtige Umstände für eine Vereinigung des Nationalfondsbureaus mit den Bureaus in Berlin. Es ist einleuchtend, daß eine solche Vereinigung an einem Orte die Arbeiten erleichtern wird. Absolut zwingend erscheinen mir die Momente für eine solche Uebersiedlung nicht, da ich glaube, daß auch bisher die Arbeit befriedigend gefördert werden konnte, wenn auch die Teilung der Bureaus die Ueberwindung einiger Schwierigkeiten und Reibungsflächen erforderte, wie es in größerem oder geringerem Maße immer der Fall sein wird, wenn verschiedene Verwaltungszweige nebeneinander arbeiten. Es ist aber auch bei den Beratungen in den Landsmannschafts-Sitzungen davon die Rede gewesen, daß mit der Uebersiedlung eine Verbilligung der Verwaltungskosten möglich sei. Das halte, ich für einen Irrtum, dem ich entgegentreten möchte. Die Arbeitskräfte aller unserer besoldeten Beamten sind zurzeit voll ausgenutzt, und dieselben sind sogar zeitweilig bis zur Erschöpfung tätig. Außerdem bilden die Ausgaben unseres Hauptbüros nur einen kleinen Teil unserer allgemeinen Verwaltungskosten. Sie betragen etwa M. 50 000, was noch nicht acht Prozent der gesamten Spendenerträgnisse ausmacht. Unsere bedeutenden Verwaltungsspesen erwachsen dadurch, daß wir die gesamte Last des Paiästinaamtes auf unsere Schultern genommen haben, was zirka M. 30 000 ausmacht. Einen weiteren Posten machen die Subventionen aus, die der Nationalfonds zur Entlastung des Actions-Comites für gewisse Institute gewährt, wie z. B. das Technikum in Haifa und der Bezalel in Jerusalem. Den größten Posten machen die Ausgaben für die Sammelstellen in den verschiedenen Ländern mit zirka M. 90 000 aus. Die Kosten des Palästinaamtes, die Subventionen und die Sammelstellen werden durch die Verlegung des Bureaus überhaupt nicht berührt. Würden die Spenden, die heute zum größten Teil sich aus Hellern, Groschen, Mark und Kronen zusammensetzen, durch Zuwendung von letztwilligen Verfügungen und Stiftungen sich erhöhen, so würde sich der Prozentsatz der Ausgaben in Köln noch wesentlich ermäßigen, was ich an dieser Stelle besonders betonen möchte. Mit der Verlegung des Sitzes nach Berlin hat das natürlich nicht das geringste zu tun. Ich fürchte aber, daß eine Erhöhung der Bureauausgaben dadurch entstehen könnte, daß der Posten eines besoldeten Direktors geschaffen werden muß, da nicht anzunehmen ist, daß sich in Berlin eine Person findet, die einen erheblichen Teil ihrer Kraft und Zeit im Ehrenamte dieser Autgabe widmet. Ueber die Höhe eines solchen Ausgabepostens möchte ich hier auch nicht andeutungsweise sprechen. Ich glaube nicht, daß aus diesem Grunde eine Notwendigkeit für die Verlegung gegeben sein würde. Eine Beschlußfassung in