Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 195)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 188 — Ich kann aber bei der Betrachtung dieser sowie der von Herrn Wilkansky gemachten Vorschäge bezüglich der Heranbildung von Kleinbauern eine Bemerkung nicht unterdrücken, die ich auch schon früher gemacht habe. Es besteht durchaus keine Notwendigkeit, mit solchen Vorschlägen zu warten, bis ein Kongreß zusammentritt. Wir brauchen die große Pauke des Kongresses durchaus nicht, um solche soziale und wirtschaftliche Probleme in wohlwollendster Weise zu untersuchen und auf ihre Verwendbarkeit zu prüfen. Das Direktorium des Nationalfonds ist eine Körperschaft, die ständig daran arbeitet, ihre Einrichtungen in Palästina zu vervollkommnen, und die gern die Mitarbeit jeder Person oder ganzer Organisationen annimmt, welche nützliche Vorschläge in dieser Richtung zu machen bereit sind. Wir begrüßen eine solche freiwillige Mitarbeit aut das allerireudigste und sind überzeugt, daß dieselbe unserer allgemeinen Sache nur dienen kann. Wenn aber derartige Vorschläge bis zu einem Kongreß verschoben werden, entsteht ein doppelter Schaden: 1. Ist es unmöglich, diese Fragen bis zum Kongreß genügend vorzuprüfen, um eine sachliche Entscheidung auf dem Kongreß treffen zu können. 2. Könnte leicht der Eindruck entstehen, als ob man an die Verwaltung des Nationalfonds vergeblich mit diesen Vorschlägen herangetreten wäre und dieselben dort keinerlei Beachtung gefunden hätten, weshalb es notwendig wäre, sich auf die Tribüne des Kongresses zu flüchten. Diese Tribüne ist meines Erachtens nur zur Erörterung von prinzipiellen Fragen gegeben, nicht aber von solchen wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit und Verwaltungstechnik, die einer ruhigen und gründlichen Prüfung bedürfen, wozu die Zeit und die übrigen Arbeitsnotwendigkeiten des Kongresses in keiner Weise die Möglichkeit bieten. Jedenfalls habe ich die große Genugtuung bei meiner Reise durch unsere Kolonien empfunden, daß man allenthalben der Arbeit des Jüdischen Nationalfonds volle Anerkennung zollt, und habe ich hieraus die Ueberzeugung geschöpft, daß wir uns aut dem richtigen Wege befinden, wenn auch hie und da bei unseren Versuchen ein Fehler gemacht worden sein sollte. Ich komme nun in aller Kürze zu einer Frage, welche die Oeffentlichkeit in den letzten Wochen beschäftigt hat. Es ist bekannt geworden, daß das Engere Actions-Comite den Plan einer größeren Zentralisation unsrer Arbeit auch dadurch zu verwirklichen strebt, daß es dem Oedanken einer Vereinigung des Nationalfondsbureaus mit dem Zentralb ureau in Berlin nähergetreten ist. Entsprechend den Wünschen des Engeren Actions-Comites sind denn auch Beschlüsse aut den ein' zelnen Distriktsversammlungen von zionistischen Vertrauensimännern gefaßt worden. Auch in Landsmannschaften hat man diese Frage bereits erörtert. Ich halte es daher für meine Pflicht, meine Stellungnahme zu dieser Frage in voller Klarheit zum Ausdruck zu bringen. Die Frage, um die es sich hier handelt, hat ihre prinzipielle und praktische Seite. Ueber das Prinzip, das mit der Frage der Vereinigung unserer Ve*waltungsinstitute und dem Actions-Comite zusammenhängt, will ich an dieser Stelle nicht sprechen. Hierzu wird wohl