Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 185 (sequence 192)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4104-3480247
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 185 — unserer englisdhen Rechtsberater als solche Werte zu betrachten sind, die jeden Augenblick flüssig gemacht werden können. Hieraus ergibt sidb, daß, solange keine palästinensischen Werte existieren, die an den europäischen Börsen kursfähig sind, wir in absehbarer Zeit ein Viertel unserer Kapitalien in solchen europäischen Wertpapieren anlegen müssen. Diese Schranke ist eine feste und unüberschreitbare, und kein Direktorium des Nationalfonds wird die Verantwortung für die Ueberschreitung dieser Grenze in irgend einer Form übernehmen können. Eine andere Grenzie für diese Tätigkeit des Nationaltonds liegt in dem Auftreten bedeutender momentaner Bedürfnisse der Entwicklung der Kolonisation, die ein unmittelbares Eingreifen der an der Kolonisation Palästinas im allgemeinen interessierten Unternehmungen erfordert. Ich nehme an, daß beispielsweise in Zeiten einer Krise der Nationalfonds auch berufen ist, privatwirtschaftlichen Genossenschaften zur Erhaltung des jüdischen Kolonialbesitzes in Palästina Kredit zu gewähren. Auch die Erbauung von Häusern für die einwandernden Jemeniten betrachte ich unter diesem Gesichtspunkte. Nach diesen Ausführungen habe ich nur wenig über die Tätigkeit während der letzten zwei Jahre hinzuzufügen, deren Grundsätze ihnen ja aus den regelmäßigen Berichten über die Sitzungen des Direktoriums und der Generalversammlung bekannt sind. Sie wissen, daß ich in Gemeinschaft mit dem damaligen Leiter unseres Büros, Herrn Hootien, im vorigen Jahre eine größere Inspektionsreise in Palästina unternommen habe. Zweck dieser Reise war vor allem, uns darüber zu vergewissern, ob unsere Unternehmungen in Palästina in Gemäßheit der ihnen eben dargelegten Prinzipien ausgestaltet worden sind. In zweiter Linie die Prüfung der Frage, ob wir uns mit diesen Prinzipien auf dem richtigen Wege befinden. Ein weiterer Grund dieser Reise waren die Beschwerden, welche gegen die Einrichtung der Oelbaumspende erhoben worden waren, insbesondere die Prüfung der Frage, ob die Pflanzung der Oelbäume in zweckmäßiger Weise erfolge und hierfür nicht ungewöhnlich hohe Spesen erwachsen. Sie wissen, daß wir behufs Prüfung der in dieser Richtung hauptsächlich von Herrn Kann erhobenen Bedenken einen Sachverständigen nach Palästina geschickt haben und ein weiteres Gutachten von einer Autorität in Palästina anfertigen ließen. Da diese Gutachten, wie es vielfach bei Sachverständigen der Fall ist, sich in einem gewissen Widerspruch befanden, der auch durch das ausführliche Gutachten unserer eigenen Beamten nicht aufgeklärt werden konnte, galt mein Besuch in Palästina insbesondere der Klarstellung auch dieser Frage durch Besprechung mit unserem palästinensischen Sachverständigen. Die Ergebnisse meiner Reise habe ich in einer ausführlichen Denkschrift niedergelegt, die den Mitgliedern des Actions-Gomites übermittelt worden ist. Ein Auszug, soweit derselbe für die größere Oeffentlichkeit bestimmt ist, wurde in mehreren Sprachen sämtlichen Vertrauensmännern des Nationalfonds übermittelt. Ich darf diese Tatsachen demnach als bekannt voraussetzen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.