Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 174 — Schäftsordnung zu unterwerfen. Herr Dr. Thon hat mich hier in einer sehr heftigen Weise fortwährend unterbrochen. Meine Herren! Wenn man hier an dieser Stelle steht und von allen Seiten Rufe und Meldungen zur Geschäftsordnung an einen herantreten, muß man wirklich eine große Ruhe haben, um einen JEntschluß zu fassen. (Zwischenrufe.) Herr Dr. Thon behauptet, ich hätte Herrn Böhm das Wort gegeben, obgleich sich Dr. Thon früher gemeldet hat. Das ist nicht richtig. Herr Böhm ist mir nur als einer genannt worden, der sprechen wolle, ich habe ihm das "Wort aber noch nicht gegeben, und er hatte nicht das Recht, zu sprechen. Ich habe jetzt noch eine Mitteilung zu machen. Es ist, wie mit Recht geltend gemacht wird, zwei Uhr. Wir sind jetzt in der unangenehmen Lage, eine endlose Geschäftsordnungsdebatte durchzuführen. (Lebhafte Zustimmung.) Nach unserer gegenwärtig geltenden Geschäftsordnung habe ich entgegen den Bestimmungen der früheren Geschäftsordnung kein anderes parlamentarisches Mittel, um das abzuändern, als einen Beschluß des Kongresses. Wenn die fortwährenden Meldungen zur Geschäftsordnung, die absolut keinen Zweck haben, da ich sehr wohl die Geschäfte des Kongresses zu leiten verstehe, ohne fortwährend unterbrochen werden zu müssen, nicht aufhören, so bin ich genötigt, den Kongreß zu befragen, ob er nicht die Geschäftsordnungsdebatte schließen will. Jetzt aber erteile ich Herrn Dr. Thon das Wort. Del. Dr. Thon: Verehrter Kongreß! Ich möchte Ihnen nicht noch einen neuen Geschäftsordnungsantrag einbringen, aber ich möchte mich hier von dieser Tribüne aus an Herrn Dr. Hantke als Vertreter des E. A. C. mit der Frage und zugleich mit der Bitte wenden, ob er nicht geneigt wäre, im Interesse des Zusammenhaltes des gesamten Kongresses und auch im Interesse — was wir alle wünschen — der Einstimimigkeit der Dechargeerteilung im Namen des E. A. C. die Erklärung, die für uns alle sehr von Wert sein ward, abzugeben, daß das E. A. C. in diesem Augenblick auf der Erledigung und Präjudizierung der Bankfrage nicht besteht. (Lebhafter Beifall. — Große Unruhe.) Del. Adolf Böhm: Geehrter Kongreß! Ich habe nicht das Wort ergriffen, um mit Herrn Wolffsohn zu polemisieren; denn ich glaube, das Recht einer Landsmannschaft, einen Antrag zu stellen, in welchem sie fast einstimmig ihren Willen niederlegt, steht außer Zweifel und steht zu hoch, als daß ein Mitglied des Kongresses, und sei es so hoch als möglich, es beleidigen könnte. (Lebhafter Beifall.) Herr Wolffsohn befindet sich im Irrtum. Wir sind damit einverstanden und davon ausgegangen, daß über die beiden Absätze getrennt abgestimmt wird. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Es hat ein Redner pro und einer contra gesprochen, den Antrag hat Herr Dr. M a r g u 1 i e s begründet, dagegen hat Herr Wolffsohn gesprochen. Damit ist diese Angelegenheit erledigt. (Beifall. — Widerspruch und Zwischenrufe.) DeL Adolf Böhm: Aber Herr Dr. Bodenheimer, ich berichtige doch im Namen der Landsmannschaft. (Lärm und Rufe: Ausreden lassen!) Ich berichtige im Namen der Landsmannschaft, daß wir für die Trennung der Abstimmung sind. (Die Unruhe hält an.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Böhm hat den Kongreß ganz unnötig in Aufregung gesetzt. Die Erklärung, die Herr Böhm jetzt abgegeben hat, woirde ich ex präsidio von selbst abgegeben haben. Dazu habe ich die Unterstützung des Herrn Böhm, die sehr freundlich ist, nicht nötig gehabt. Nun gebe ich das Wort Herrn Struck zu einer Mitteilung. Del. Struck (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Meine Damen und