Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 173 — daher für berechtigt gehalten, die Erklärung abzugeben, die Herr Simon heute abgegeben hat, aber der prinzipielle Standpunkt der Landsmannschaft ist durch diese Resolution klar dargelegt. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Wolffsohn zur Geschäftsordnung. Präsident Wolffsohn (mit stürmischem Beifall begrüßt): Ich muß mich ganz entschieden gegen den Antrag der westösterreichischen Landesorganisation, den Antrag des Herrn Margulies, wenden. Sie erweisen damit weder dem E. A. C, noch dem Kongreß, noch der Organisation einen Gefallen. (Sehr richtig!) Sie machen es einem großen Teil des Kongresses — wer die Majorität hat, wissen wir noch nicht! — unmöglich, für die Entlastung des E. A. C. zu stimmen (sehr richtig!), weil Sie damit Prinzipien verknüpfen, die damit gar nichts zu tun haben. (Zustimmung.) Will sonst jemand nicht für die Decharge stimmen — ich würde dafür stimmen —, so enthält er sich der Abstimmung, und die Decharge wird angenommen. Wenn Sie aber damit ein Prinzip verknüpfen, gegen welches ein großer Teil von Delegierten ist, so zwingen Sie uns, auch gegen die Decharge zu stimmen. (Lebhafter Beifall und Zwischenrufe. — Widerspruch. — Sehr richtig! Wunderbar!) Es gibt nur einen Antrag, geehrter Kongreß, der annehmbar ist, das ist der Antrag der Poale Zion. (Lebhafter Beifall.) Dieser Antrag ist vernünftig und parlamentarisch richtig. Wir können heute nur für die Decharge stimmen. Für die Bank sind noch Referate zu erstatten und Sie wollen schon heute den Kongreß durch einen Trick majorisieren. (Sehr richtig! Stürmischer Beifall, heftige Protestrufe.) Del. Dr. Margulies: Ist der Ausdruck „Trick" parlamentarisch? Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bin in der peinlichen Lage, Herrn Wolffsohn zu bitten, den Ausdruck, den er eben gebraucht hat, zurückzuziehen. Präsident Wolffsohn: Ich nehme ihn zurück, aber geben Sie mir ein anderes Wort dafür. (Widerspruch seitens der Westösterreicher.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Meine Herren, Herr Wolffsohn hat den Ausdruck zurückgenommen. (Stürmische Rufe: Nein! — Zwischenrufe.) Nachdem Herr Wolffsohn . . . (großer Lärm), ich bitte um Ruhe! Nachdem Herr Wolffsohn diesen Ausdruck zurückgenommen hat (Widerspruch. — Ruf: Aber auf welche Weise?) . . . Ruhe! Ruhe! Wollen Sie mich anhören, oder nicht? Nachdem Herr Wolffsohn den Ausdruck zurückgenommen hat . . . (Rufe: Nein! — Andauernder Lärm.) Ich bitte um" Ruhe! Nachdem Herr Wolffsohn, wie Sie alle gehört haben, den Ausdruck zurückgenommen hat, ist diese Frage für mich parlamentarisch erledigt. Die Erklärungen, die Herr Wolffsohn weiter daran geknüpft hat, entziehen sich meiner Beurteilung. (Präs. Wolffsohn macht eine Bemerkung.) Herr Wolffsohn hat sie übrigens in diesem Augenblicke ebenfalls zurückgezogen und damit ist diese Sache jetzt endgültig erledigt. (Rufe: Abstimmen!) Del. Böhm: Hoher Kongreß! (Laute Zwischenrufe des Del. Dr. Thon.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte den Herrn Dr. Thon, diesen Vorwurf zurückzunehmen! Del. Dr. Thon: Ich habe mich schon vor einer halben Stunde zum Worte gemeldet! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich habe Herrn Böhm auch noch nicht das Wort erteilt. Herr Dr. Thon, ich muß die dringende Bitte an Sie richten, sich ebenso wie die anderen Delegierten der Ge-