Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 176)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 169 — merkungen. Ich hoffe auch, daß wir damit bald zu Ende kommen werden. Herr Fischer hat das Wort zu einer persönlichen Bemerkung. Del. Jean Fischer: Hoher Kongreß! Sie haben heute zwei Herren sprechen hören, die auf einem anderen Standpunkte stehen als ich. Sie haben behauptet, ich hätte Ihnen gestern nur negativ gezeigt, wie man es nicht machen kann. Wie man es positiv machen kann, hätte ich nicht gesagt. Hoher Kongreß! Ich glaube, daß die Stenographen nicht identisch sind mit den Redakteuren der „Welt" und daß Sie Gelegenheit haben werden, die Rede nachzulesen. Ich kann mich nicht als politischer Zionist durch noch so heftige Angriffe dazu verleiten lassen, öffentlich über Politik zu sagen, was ich weiß. Unser Präsident, Herr Wolffsohn, hat mich ermahnt, ich solle mich kurz fassen, und darum verzichte ich darauf, Ihnen die Geschichte von dem politischen Komitee und von der Versammlung in Paris zu erzählen. Wäre ich in der Lage gewesen, dies zu tun, so hätten Sie die Ueberzeugung* gewonnen, daß wir nicht nur negative Kritik geübt, sondern daß wir auch positive Arbeit zu leisten versucht haben. Jetzt bin ich nicht in der Lage, dies zu tun, was ich mit Bedauern feststelle. (Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Fischer hat die Grenze der persönlichen Bemerkung überschritten. Wir kommen nun zur Abstimmung. Vor allem bitte ich die Herren, die hier oben auf dem Podium des Bureaus nichts zu tun haben, dieses Podium zu verlassen und sich auf ihre Delegiertenplätze zu begeben. Ebenso bitte ich die Gäste, die sich etwa irrtümlich auf einen Delegiertensitz begeben haben, diesen Platz zu räumen und sich auf die für die Gäste bestimmten Plätze zu begeben. (Ruf: Auf dem Podium sind eine Menge Herren, die nicht hingehören!) Ich habe bereits erklärt: Selbstverständlich haben auch die Herren, die hier auf dem Bureau Gäste sind, diese Plätze zu räumen. Ich bitte die Ordner, auch das festzustellen. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Gäste von den Delegierten durch eine Reihe von Absperrungen geschieden sind. Es ist also leicht zu konstatieren, ob ein Gast aus Irrtum den Platz eines Delegierten eingenommen hat. Ich bitte die Ordner, dafür zu sorgen, daß die Gäste den Raum, der für Delegierte bestimmt ist, verlassen. Del. Dr. Nacht (gibt die hebräische Uebersetzung.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich werde jetzt die Anträge verlesen. Nach dieser Verlesung werde ich einen jeden Antrag, und zwar nach der Geschäftsordnung den weitestgehenden und eventuell die Frage eines Prinzips zuerst zur Abstimmung bringen. Bei den einzelnen Anträgen erhält je ein Redner pro und einer contra zur Geschäftsordnung je fünf Minuten das Wort. Ich werde jetzt die Anträge nicht übersetzen lassen, sondern erst, wenn sie zur Abstimmung gestellt werden. Der erste Antrag lautet: „Der XI. Kongreß spricht dem E. A. C. sein vollstes Vertrauen und seinen tiefsten Dank für die von ihm geleistete fruchtbringende Arbeit aus und erteilt ihm die Decharge. Der Kongreß drückt dem Großen Actions-Comite sein unbeschränktes Vertrauen aus und fordert, daß demselben als der höchsten Instanz der Bewegung ein entscheidender Einfluß auf die Bestimmung der Richtlinien der Tätigkeit der Finanzinstitute eingeräumt wird." Der Antrag ist unterschrieben von Herrn Bruzkus. Wie mir mitgeteilt wird, ist es der Antrag der russischen Landsmannschaft. {Rufe: Nein!) Erlauben Sie! (Lebhafte Zwischenrufe.) Ich bitte um Ruhe! Es wird jeder sein Recht bekommen. Wenn dies also nicht der Antrag der russischen Landsmannschaft ist, dann ist er geschäftsordnungs-