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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 165

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 165 (sequence 172)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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ft — 165 — sollen, und nach welchen Prinzipien sie ausgewählt werden sollen? Nein, darüber sprachen Sie gar nicht! Das ist ein sehr großer Fortschritt gegen früher, und wir haben diesen Fortschritt nicht erreicht, weil wir persönlich etwa die und die Verdienste uns erworben haben, sondern weil es uns gelungen ist, diese Frage auf dem vorigen Kongreß aus dem persönlichen Kampfe auf den festen Untergrund von Prinzipien zu bringen. (Beifall.) Und das bitte ich Sie festzuhalten. Es steht für die Zukunft fest, daß das E. A. C. in einem jüdischen Zentrum sein muß, daß es kollegial arbeiten, und daß es in seiner Anschauung in sich geschlossen sein muß. Es steht ferner außerhalb jeder Debatte, daß im Großen Actions-Comite alle Richtungen vertreten sein müssen, und man hätte nach der vorangegangenen Debatte vielleicht den Eindruck haben können, als ob wir hergekommen sind, um diese fundamentale Grundlage unserer Organisation anzugreifen. Ich muß es nochmals erklären, wir kämpfen gegen keine Personen, wir kämpfen gegen keine einzige Person, die Opposition gemacht hat. Wir kämpfen überhaupt nicht gegen Personen, sondern wir kämpfen für ein System, und dieses System ist dasjenige, auf das Sie sich auf dem vorigen Kongreß geeinigt haben und das durch die Arbeit der letzten zwei Jahre als richtig erwiesen worden ist. Geehrter Kongreß! Ich greife mit Vergnügen das Wort der Opposition auf, daß wir eine „merkantilistische" Note in den Zionismus gebracht haben. Wie das Wort gemeint war, ist es falsch. Ich glaube, sagen zu können, daß wir als Gesamtkollegium mehr für die ideale Seite unserer Bewegung getan haben, als Sie vielleicht von uns erwartet haben. Ich glaube, sagen zu können, daß, wenn wir in dieser unangenehmen Debatte irgendeine Befriedigung empfinden, dann ist es die, daß die geistigen Potenzen der jüdisch-nationalen Bewegung den intimen Zusammenhang mit der Organisation wiedergefunden haben. (Beifall.) Ich brauche keine Namen zu nennen, um den Kennern des jüdischen Geisteslebens zu beweisen, daß ich recht habe. Und wenn es einen zweiten befriedigenden Punkt gibt, dann ist es die Tatsache, daß wir zum erstenmal wieder seit den ersten Jahren unserer großen Begeisterung auf diesem Kongresse eine neue Generation vertreten sehen von jungen Zionisten, welche wieder bereit ist, alles für die Idee zu opfern. Da soll mir niemand kommen mit „merkantilistischen Noten", weil wir das Verbrechen begangen haben, mit keinem Defizit vor Sie hinzutreten. (Beifall.) Wir wissen, wie schwer es ist, und Sie wissen es alle, bei den herrschenden unangenehmen Verhältnissen den Osten zu organisieren und Sie wissen andererseits, von welcher Bedeutung die kleinen Organisationen russischer Studenten in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gewesen sind. Sehen Sie sich die Männer aus Rußland an, die heute an der Spitze unserer Bewegung sind, sie sind das Produkt dieser kleinen Vereinigungen, die eben wirklich ganze, vollbegeisterte Nationaljuden in langsamer Erziehungsarbeit ausgebildet haben (lebhafter Beifall), und wenn wir heute sagen können, daß es uns gelungen ist, wieder solche kleine Zentren zu schaffen, so wollen Sie das anerkennen, daß wir damit die Garantien geschaffen haben, daß wir in 20 Jahren auch wieder Führer des Zionismus haben werden. (Lebhafter Beifall.) Und da kommen Sie nicht mit den kleinlichen Fragen und suchen Sie nicht unsere Arbeit zurückzuführen auf das Geschäftsprinzip. Das Wort „merkantilistisch" habe ich aufgegriffen. Wir sollen einsehen, daß wir zwar Institutionen haben, daß diese Institutionen geschäftliche Einrichtungen sind, daß wir aber nicht zu vergleichen sind mit Privatleuten, die Geschäfte machen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir sind vielmehr mit öffentlichen

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