Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 163 vorgreift. Ich verwahre mich ganz entschieden gegen diesen Ton der „Welt" und bitte das Präsidium. Abhilfe zu schaffen. Ich bitte auch das Actions-Comite, das sicherlich mit diesen Trompetenstößen einiger Kampfhähne nicht einverstanden sein kann, auf die „Welt" mäßigend einzuwirken. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Kaplansky, Sie gehen zu weit. Ich habe Ihnen das Wort zu einer Anfrage gegeben. (Lärm.) Del. Kaplansky: Ich frage nun das Präsidium, ob es geneigt ist, hier Abhilfe zu schaffen. Wir werden uns von der „Welt" nicht vorschreiben lassen, ob wir diese oder jene Partei aus dem Zionismus herauswerfen sollen oder nicht. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wir können in dieser Weise nicht fortfahren. Es wird der Versuch gemacht, einzelne Redner zu unterbrechen und zu überschreien. Hoher Kongreß! Wir entscheiden die Frage hier nicht durch die Kraft unserer Lungen, sondern durch die Mehrheit der Stimmen, die wir hier besitzen. Ich bitte also jeden Einzelnen, die größte Ruhe zu bewahren und jeden Zwischenruf zu unterlassen. Ich erteile nunmehr das Wort Herrn L i p s k i zur Verlesung eines Antrages und dann wird Herr Dr. H a n t k e als Berichterstatter des E. A. C. das Wort erhalten. Del. Lipski (spricht englisch): Del. Dr. Hochmann (übersetzt): Herr Lipski bringt folgenden Vorschlag — ich bitte Sie, zu entschuldigen, wenn mein Deutsch eine Mordtat begehen soll — er schlägt im Namen von 33 amerikanischen Delegierten vor, anstatt der Anträge, die hier vorgebracht worden sind, daß der Bericht des Actions-Comites angenommen und gebilligt werden solle unter Anerkennung der Arbeit des E. A. C. Del. Lipski (spricht englisch): Vizepräsident Dr. ßodenheimer: Herr Lipski hat erklärt, daß der einzige der amerikanischen Föderation, welcher auf der Liste stand, der in der Lage ist, über die Stimmung und Meinung der amerikanischen Föderation sich zu äußern, hier nicht zum Worte gekommen ist. Er bittet, zu gestatten, daß Herr Abraham G o 1 d b e r g einige Worte an den Kongreß richte. (Lebhafter Beifall.) Ich bitte, Herr Abraham G o 1 d b e r g , das Wort zu ergreifen, sich aber ganz kurz zu fassen. Del. Abraham Goldberg: Verehrter Kongreß! Ich will jiddisch reden, nicht aus Demonstration, sondern weil ich überzeugt bin, daß die Deutschen mich verstehen werden. Sie sollen wissen, daß es der erste Kongreß ist, zu dem 33 Delegierte direkt aus Amerika gekommen sind, und daß diese 33 nicht zu denen gehören, die sich aus eigener Tasche bezahlen können. Das bedeutet, daß sich die Massen am Zionismus beteiligt haben. (Beifall.) Wir stimmen mit jenen überein, die da erklärt haben, daß wir nicht zwei Parteien in der Partei anerkennen sollen, die im jüdischen Volke noch in der Minorität sich befindet. Wir glauben, daß der ganze Krieg der beiden Richtungen besser ausgenützt werden könnte, indem man das Volk zu uns bringt. Man redet immer von Prinzipien, aber dahinter versteckt sich ein scharfer Personenkultus. Wenn Wolffsohn zu der Zeit, da der Kampf gegen ihn geführt wurde, den Kampf prinzipiell ausgefochten hätte, dann hätte er bei uns Anhänger bekommen, so viel er wollte. Wir sind mit der Arbeit des Actions-Comites einverstanden, aber zugleich glauben wir, daß es für die Interessen der Bewegung notwendig ist, daß eine Richtung die andere ergänzt, nicht IV