Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 169)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 162 Debatte noch einmal zu diesem Gegenstande das Wort erhalten. Nunmehr hat Herr Kaplanski zu einer Anfrage das Wort. Ich bitte, mit Anfragen mäßig zu sein, denn wir wollen zum Schlüsse der Debatte und zur Abstimmung kommen. Del. Kaplansky: Geehrter Kongreß! Ich weiß nicht, wer für die Berichterstattung . . . (Große Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte die Herren aus dem Bureau, hier oben etwas mehr Ruhe zu halten, dann wird auch unten im Saale mehr Ordnung herrschen. Herr Kaplansky hat jetzt das Wort. Del. Kaplansky: Ich gedenke an das Präsidium wegen der Berichterstattung eine Anfrage zu richten, ohne zu wissen, wer eigentlich für die Berichterstattung in der „Zionistischen Korrespondenz" und in der „Welt" verantwortlich ist. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Kaplansky, die Beantwortung der Interpellation wird ja sowieso erst später stattfinden. Würden Sie nicht die Freundlichkeit haben, Ihre Anfrage für später zurückzustellen? Del. Kaplansky: Ich frage vorerst an, wie es eigentlich kommt, daß die Wiedergabe der Reden in der „Zionistischen Korrespondenz" mit den Berichten in der „Welt" gar nicht übereinstimmt. (Zustimmung.) Sie können heute die Rede meines Freundes Chasano witsch, welche er gestern gehalten hat, in der nWelt" lesen. Die „Zionistische Korrespondenz" hat die paar anerkennenden einleitenden Worte des Redners wiedergegeben, aber die Gesamtkritik unterdrückt (Zustimmung), oder sagen wir, mit Himbeersaft begossen. (Heiterkeit.) Abgesehen davon, hat es die Korrespondenz nicht einmal für notwendig gefunden, der Oeffentlichkeit zu sagen, in wessen Namen der Redner gesprochen hat. Mein Freund Chasanowitsch figuriert in dem Berichte als der Sprecher einer zionistischen Arbeiterpartei, die hier gar nicht vertreten ist. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Sie haben, Herr Kaplansky, meine Bemerkung offenbar mißverstanden! Del. Kaplansky: Ich habe Sie sehr wohl verstanden, aber damit eine Interpellation beantwortet werden kann, muß sie doch angehört werden! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Sie können ja nachher eine Anfrage stellen. Wir wollen doch jetzt nicht den Kongreß mit dieser Angelegenheit aufhalten. Del. Kaplansky (fortfahrend): Die „Zionistische Korrespondenz" hat die Pflicht, wenn sie einen Redner schon vorstellt, zu sagen, in wessen Namen er gesprochen hat, daß er in diesem Falle im Namen der sozialistischen Fraktion des Kongresses gesprochen hat. Zum Schlüsse frage ich, ob es möglich ist, daß die Redaktion der Tagesausgabe der „Welt" die Losung für diesen Kongreß ausgibt. Während wir hier zweifelsohne alle von dem Wunsche beseelt sind, aus diesem Kongresse keinen Kriegskongreß, sondern wirklich einen Friedenskongreß zu machen und diesbezüglich Verhandlungen pflegen, erklärt die „Welt", bevor die Debatte noch abgeschlossen ist, daß es sich darum handelt, Zugkräfte vom zionistischen Karren abzuspannen. (Rufe: Frechheit!) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich rufe den Herrn, der diesen Zwischenruf gemacht hat, zur Ordnung. Ich bitte, auch bei den Zwischenrufen die parlamentarische Ordnung einzuhalten. Del. Kaplansky: Ich richte also an das Präsidium die Anfrage, ob es denkbar ist. daß die ..Welt" den Entscheidungen des Kongresses