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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 160 (sequence 167)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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160 — einige Minuten für eine Angelegenheit erbitten, welche mich und mit mir eine Reihe von Parteifreunden jedweder Richtung auf das tiefste erregt hat. Es handelt sich um die Berichterstattung über den Kongreß. (Hört! hört!) Ich will zunächst nicht von der „Welt" sprechen, sondern von den allgemeinen Zeitungsberichten. Ich finde heute morgen in der Presse, und zwar in sämtlichen Tageszeitungen Wiens gleichlautend einen Passus, daß gestern abend der Kongreß nach der Rede Wolffsohns infolge stürmischen Widerspruchs der Versammlung geschlossen werden mußte. Ich habe diese Tatsache nicht wahrgenommen und frage daher den Herrn Präsidenten, ob sie auf Wahrheit beruht oder nicht. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Auf diese Frage darf ich wohl mit Recht eine Antwort geben, obwohl es eigentlich überflüssig sein müßte, denn der ganze Kongreß ist ja Zeuge der Verhandlungen gewesen. Es ist aber vielleicht die Akustik des Saales zu gut und infolgedessen ist das Geräusch, das Flüstern der Einzelnen (Heiterkeit) zu einem solchen Tosen angewachsen, daß man die Stirrime des Präsidenten nicht mehr gehört hat. Es steht fest, daß, nachdem Wolffsohn geendet hatte, obwohl die Versammlung zeitweise stürmisch gewesen ist, volle Ruhe eintrat und der Vorsitzende lediglich aus dem Grunde, weil Herr M o t z k i n erklärt hat, daß er wegen Erschöpfung nicht mehr imstande sei, sein Generalreferat als Generalredner zu erstatten, die Sitzung geschlossen und die Wiedereröffnung der Sitzung auf heute morgen 10 Uhr anberaumt hat. (Rufe: Sehr richtig!) Es kann also gar keine Rede davon sein, daß eine Unterbrechung oder Aussetzung der Sitzung wegen eines stürmischen Tumultes und Widerspruches gegen einen der Redner erfolgt ist. - Ich bitte die Herren von der Presse, diesen Irtum, soweit es irgendmöglich ist, zu berichtigen. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Friedemann: Verehrter Kongreß! Ich habe noch einen anderen Punkt zu besprechen. (Vors. Dr. Bodenheimer: Nur eine Interpellation!) Jawohl, eine Interpellation, die dahin geht, wie es kommt, daß in unserem offiziellen Parteiorgan sich seit gestern — ich verfolge das — Berichte befinden, welche mit den Tatsachen in objektivem Widerspruch stehen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich lese in der Nummer der „Welt" von heute früh folgendes auf der Titelseite (liest): „Dagegen kam nach einer temperamentvollen Verteidigung, mit der Richard L i c h t h e i m einige Angriffe auf die „Welt" zurückgewiesen hatte, der Oppositionelle schärfster Observanz, Jean Fischer, zu Wort, der sich und seinen engeren Gesinnungsgenossen einen Ruhm daraus machte, nichts gelernt und nichts vergessen zu haben." (Stürmische Pfuirufe.) Ich frage an, ob es jemanden in der Versammlung gibt, der gehört hat, daß die Rede Fischers in solchem Sinn oder solchen Worten ausgeklungen wäre, oder daß die von tiefst innerlichem Interesse und von Begeisterung getragenen Worte eine so schandbare Kritik verdient haben. (Pfuirufe. — Zwischenrufe. — Großer Lärm.) Ich habe noch eine Frage. Es heißt weiter in der „Welt" (Großer Lärm. — Vizepräsident Dr. Bodenheimer gibt wiederholt das Hammerzeichen. — Lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Es ist doch nicht das erstemal, daß ich die Ehre habe, hier zu sitzen und die Herren Kongreßdelegierten wissen, daß ich imstande bin, die Ordnung hier herzustellen. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe.) Ich bitte um Ruhe. Ich bitte nun Herrn Dr. Friedemann fortzufahren. Del. Dr. Friedemann: Es handelt sich um folgendes: Am Schlüsse der Einleitung der „Welt" heißt es: „Die Sitzung schloß mit einer

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