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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 157

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 157 (sequence 164)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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- 157 — zeigen, was diese Worte bedeuten. Herr Syrkin sagte, wir sind eine stolze Partei. Auch ich schmeichle mir, zu den stolzen Juden zu gehören, und infolgedessen operiere ich nicht billig mit solchen Begriffen. Die Begriffe sind viel tiefer, als Sie in Ihrem „Sehr richtig"-Wahne schon jetzt glauben. Sachen können quantitativ klein sein am Anfang, aber qualitativ von einschneidender, tiefer Bedeutung. Gewiß, das, was wir heute in Palästina haben und was wir heute dort mit unseren Mitteln machen können, ist sehr wenig, sogar noch weniger, als ein Kolonisationsverein, aber ich frage: Wo stünden wir heute, wenn nicht auch das wäre, was wir heute in Palästina haben? (Lebhafter Beifall.) Glauben Sie, daß man uns in irgend einer Weise ernst genommen hätte, wenn Sie nur in V7ien oder in Haag auf Kongressen redeten? Sagen Sie nicht schließlich in letzter Linie, wenn Sie agitieren, wenn Sie zum Volke gehen und wenn Sie zu Nichtjuden gehen: Das und das haben wir in Palästina erreicht, und wir beweisen dadurch .... (Lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräsident Stand: Ich bitte um Ruhe! Del. Prof. Dr. Weizmann: Lassen Sie den Herrn doch reden, das macht mir nichts .... wir beweisen also dadurch, daß man das und das in Palästina noch machen kann. Und weiter! Heute gehören dem jüdischen Volke 2% des Landes; wenn dem jüdischen Volke 4 °o des Landes gehörte, so wären wir eine politische Bewegung, die zweimal so stark wäre wie die jetzige. (Zustimmung, lebhafter Beifall.) Die Stärke, die politische Ueberzeugungskraft wird wachsen, proportional unserer Position in Palästina, und daraus ergibt sich — mögen Sie es Achad-Haamismus, Kolonisations- oder auch Chowewe-Zionismus nennen — mit logischer Konsequenz, daß unsere ganze Politik hauptsächlich darin bestehen muß, unsere Position in Palästina immer stärker und stärker zu machen. (Lebhafter Beifall.) Wenn das auch Chowewe-Zionismus genannt wird, eine Schande ist das wahrlich nicht; eine Schande ist es, ein Unglück ist es, wenn man das, was wir in Palästina gemacht haben, wie Dr. N o r d a u, als einen Diamanten bezeichnet, als ein kostbares Schmuckstück, nur zum Zeigen, das man in Samt und Seide einhüllen soll und nicht weiter entwickeln soll. Das ist ein Stück unseres Lebens, über welches w i r die Kontrolle haben, und kein anderer, denn das ganze andere jüdische Leben hier im Galuth gehört nicht uns und wird von anderen Faktoren beherrscht. Was wir aber in Palästina schaffen, ist in erster Linie unsere Tat. (Beifall.) Und nun, wie haben sich die Begriffe verdreht! Ein wahres Babylon! Privatinitiative! Ja, das ist eine sehr gute Sache. Das billigt auch Herr Fischer. Aber, Herr Fischer, wenn Sie ein Politiker sind, müßten Sie sich doch sagen: Der einfache Jude, der nach Palästina geht, kann kein Geld in Palästina verlieren. Wir kennen Fälle, daß in den letzten Jahren Millionen an Palästina vorbeigefahren sind, denn so ein reicher Jude — und unsere jüdischen reichen Leute haben doch 10 000 Rubel — wenn so ein steinreicher Mann nach Palästina kommt und er die ersten zwei oder drei Jahre 20 oder 30 o/o seines Vermögens verlieren soll, dann geht er von Palästina weg, also entweder wird die Privatinitiative den kleinen oder mittleren Mann überhaupt nicht nach Palästina bringen, oder wenn sie ihn nach Palästina bringt, dann geschieht folgendes: Derjenige, der mit einem kleinen Kapital arbeitet und der jeden Tag auf den morgigen Verdienst angewiesen ist, muß arabische Arbeiter nehmen, weil sie billiger sind. Er kann kein nationales Werk schaffen, wie wir es haben wollen, oder er verläßt das Land mit dem Bewußtsein: man kann in Palästina nichts erreichen. Die Institute sollen das nationale Werk schaffen, und sogar N o r d a u ist damit einverstanden, die Institute müssen jüdische Arbeiter einstellen (lebhafter Beifall), sie können es auch tun, sie sind nicht

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