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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 155

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 155 (sequence 162)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 155 — Weise hat die gegenwärtige Leitung diese nationale Politik durchgeführt? Die gegenwärtige Leitung hatte ein klares Programm für die Durchführung dieser Punkte. Ich komme auf dieses Programm sofort zurück. Wenn ich aber Herrn Fischer oder Herrn S y r k i n oder Herrn Dr. Marmorek und alle die anderen Herren frage, wie soll man diese so definierte Politik durchführen, darauf antworten sie uns: Ja, Ihr wollt es hier wissen, das läßt sich nicht so schnell sagen! Herr Fischer sagte: Ich kann Ihnen sagen, wie man es nicht tut; aber ich kann Ihnen nicht sagen, wie man es tun soll. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren! Wenn man eine führende Stellung in der Bewegung hat, und wenn man zum Zionisten-Kongreß kommt, weicher die Arbeit der nächsten Jahre dekretieren soll, genügt es nicht zu sagen, ich weiß, wie man das nicht tut. Sonst gehen wir auseinander, ohne zu wissen, was wir unserem Volke sagen müssen. (Lebhafte Zustimmung.) Klar und deutlich muß man den Weg vorschreiben. Aber sich zu schützen und zu verschanzen hinter einer Phraseologie, hinter der nach einer grundlegenden Analyse nichts steckt, das ist kein zionistisches Programm. (Lebhafter Beifall.) Politik ist nicht nur politische Phraseologie. (Zustimmung.) Politik ist Tat, und von der Tat haben uns die Herren nichts zu sagen. Ich war derjenige, der verantwortlich war für das Wort: einen synthetischen Zionismus wollen wir haben, und ich bin nicht mit Freund Lichtheim einverstanden, daß die Synthese bereits vollzogen ist. Noch ist sie nicht vollzogen, aber sie ist im Prozesse der Vollziehung. Herr Fischer sagte, man muß Bedingungen schaffen. Das ist eine Phrase oder ein Wort — entschuldigen Sie — oder ein Begriff, der aus einem anderen Quartier stammt. Ich will aber über die Abstammung, die Naturgeschichte dieses politischen Schlagwortes nicht sprechen. Ich will nur wissen, was dies Wrort bedeutet, und Sie, ein Zionistenkongreß, bestehend aus den Führern der zionistischen Partei, Sie müssen sich doch fragen: was ist eine Bedingung? Eine Bedingung ist etwas ganz Abstraktes, so lange sie nicht an ein Substrat geknüpft ist, und Bedingungen werden durch Dinge geschaffen. Bedingungen an sich sind unbegreiflich. (Lebhafte Zustimmung.) Um Bedingungen zu erzeugen, muß man Dinge schaffen. (Lebhafter Beifall.) Nun, welche Dinge hat die Leitung versucht, zu schaffen, um diese Bedingungen für die Erwerbung von Land in Palästina, für die Einrichtung- Politik, die auf die Politik eingeschworen sind, diese Dinge und Bedingungen behandelt? Meine Herren! Ich bin kein Bankier, ich erhebe gar keinen Anspruch, ein solcher zu sein. Ich habe auch gar nicht die Ambition, in Bankfragen hineinzureden; aber es gibt gewisse Begriffe die doch nicht so ungeheuer schwer sind, daß sie nur von einem Bankier verstanden werden können. (Heiterkeit — sehr richtig!) Auch ein Chemiker kann so etwas verstehen. Man hat eine P. L. D. C. gegründet, eine Gründung, die politisch vom Standpunkt der Herren dazu da war, Bedingungen für die Erwerbung von Land in Palästina, für die Einrichtung des Landerwerbes, für die Vorbereitung des Landkaufes zu schaffen. Eigentlich soll diese miserabel kleine P. L. D. C. das ausführen, was ein Staat ausführt, sie soll also eigentlich vom rein politischen Standpunkte diejenige Institution sein, die Bedingungen für eine landwirtschaftliche Kolonisation schaffen soll. Die P. L. D. C. war so unglücklich, ein paar tausend Pfund verloren zu haben, weil sie diese vorbereitende Arbeit gemacht hat, weil sie Ländereien gekauft hat, in die sie ein gewisses Geld hineinstecken mußte, das man natürlich, wie man in der Banksprache sagt, abschreiben mußte. Trotzdem das Land in seinem Werte gestiegen ist. Das hat die P. L. D. C. gemacht. Was ein Staat macht, der Wege

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