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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 154

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 154 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 154 — Keim des Kampfes in der Organisation haben. Nicht, wie hier gesagt wurde, wenn Sie den Antrag annehmen, machen Sie einen Kampfkongreß, nein, umgekehrt, wenn Sie ihn nicht annehmen, werden Sie ständig Kampfkongresse haben (lebhafter Beifall), denn immer werden Sie tatsächlich zwei Leitungen haben. Halten Sie es für notwendig, alle die Personen, die wertvoll sind, in die Leitung hineinzusetzen, ich habe nichts dagegen. Wählen Sie, wen Sie wollen. Ich stehe nicht für Personen ein, sondern für Prinzipien. Geben Sie aber jenen, die Sie wählen, die Macht in die Hand, damit Sie das ausführen können, was Sie ihnen vorschreiben. Geben Sie ihnen jedoch diese Macht nicht, dann werden sie niemals zeigen können, was sie vermögen und werden jedesmal zu Ihnen kommen und von Ihnen die Macht verlangen müssen, sonst sind sie keine Leitung. Wollen Sie eine wirkliche Leitung haben, so müssen Sie ihr geben, was ihr gebührt, um die Möglichkeit zu haben, zu arbeiten und ihre Pläne zu verwirklichen. (Lebhafter Beifall.) Finden Sie diesen Ausweg, und suchen Sie die Herren zu bewegen, daß sie sich nicht etwa dazu hergeben sollen, uns wieder auf Konsequenzen hinzuweisen. Das, meine sehr geehrten Herren, darf kein Zionist tun. Ich bin deshalb auch damit nicht zufrieden gewesen, als seitens des E. A. C. nur mit einem leisen Hauche auf Konsequenzen hingewiesen wurde. Konsequenzen gibt es für uns nicht, sondern nur Pflichten. Und Pflicht ist es auch der Anderen, endlich zu verstehen, daß sie nur ein Teil unseres Ganzen sind, und daß sie als Teil des Ganzen unserer Gesamtdisziplin zu gehorchen haben. (Stürmischer, sich wiederholt erneuernder Beifall.) Vizepräsident Stand: Das Wort hat Herr Professor Weizmann. DeL Prof. Dr. Weizmann (stürmisch begrüßt): Mein Freund M o t z k i n hat mich der leidigen Aufgabe enthoben, weiter die Bankfrage hier von dieser Tribüne aus zu erörtern. Ich bedauere es, daß man den Eindruck gewinnen könnte, daß der ganze Zionismus und alle zionistischen Fragen nur auf eine Bankfrage zusammengeschrumpft sind. Wir haben noch andere Fragen hier zu erörtern. Zum ersten Male in meinem Leben bin ich in der überaus glücklichen Lage, mit der Leitung der zionistischen Bewegung einverstanden zu sein. Ich will den Grund hierfür auseinandersetzen und in dieser Erklärung auch das Programm unserer Leitung festlegen, die Zukunft der zionistischen Tätigkeit festzustellen. Ich beginne mit unserem Freunde, Herrn Fischer. Er und seine Freunde lieben es gewöhnlich, einen Ausdruck zu gebrauchen, der vielleicht in der Polemik nützlich sein kann, aber nicht den Tatsachen entspricht Herr Fischer sagte: Sobald die Praktischen ans Ruder kamen, so nannten sie sich sofort Politische. Damit wird gemeint, daß wir eigentlich nur das Ruder haben wollten. Es sei uns eigentlich nicht darauf angekommen, genau festzustellen, was praktisch und was politisch ist. Dem, Herr Fischer, ist nicht so. Weder Sie, noch Herr Dr. Nordau, noch Herr Dr. Marmorek, noch irgend ein anderer, kann für sich die Politik der zionistischen Bewegung monopolisieren. (Sehr richtig!) An der Politik der zionistischen Bewegung haben wir, die ganze zionistische Partei, mit unserem Blute gearbeitet, und wir suchten die Politik auch zu verstehen. Ich bin vollständig einverstanden mit der Defination der Politik, wie sie vorher Dr. S y r k i n gegeben hat. Ich bin aber nicht einverstanden mit den weiteren Folgerungen aus dieser Definition. Es ist wahr, daß die Politik, daß eine .nationalpolitische .Bewegung eine Zusammenfassung der ökonomisch-nationalen und kulturellen Ideenkomplexe des Volkes bedeutet und einen Versuch, diese nationale, kulturelle und politische Energie zu aktivieren, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Das wäre eine nationalpolitische Bewegung, und nun frage ich Sie, meine Herrschaften, in welcher

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