Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 157)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 150 wissen, daß jede weitere Arbeit in Palästina an und für sich schon als ein Schöpfungsakt uns einen ganz anderen Boden unter die Füße gibt. (Lebhafte Zustimmung.) Das wissen wir alle. Wir wissen, daß ein Zusammenbruch dieser Arbeit für unsere Seele eine der unangenehmsten Enttäuschungen sein wird. Mancher von uns hat schon solche Enttäuschungen erlebt. Noch bevor Kann und bevor ein Kongreß des Zionismus gewesen ist, haben wir einen Zusammenbruch der palästinensischen Arbeit gehabt und wissen genau, daß ein solcher wiederkommen kann. Aber ist das das Mittel, mit dem man wirklich die Arbeit ändert? Herr Kann kam immerzu und sprach so wie zu den Feinden und als ob w i r die Absicht hätten, eine bankerotte Sache in Palästina zu machen und e r eine nichtbankerotte Sache machen könnte. Da entsteht die Frage — ich will nicht persönlich werden, aber ich möchte sagen, wäre es nicht eine der wunderbarsten Sachen, wenn Sie, der so gegen uns kämpft, aus privater initiative, wie sie von Ihnen empfohlen wird, eine mächtige Gesellschaft gründen, die uns Muster und Beispiel sein soll. (Stürmischer Beifall.) Ist eine solche Gesellschaft vorhanden? Haben Sie wirklich etwas Positives geleistet? Haben Sie uns gezeigt, welches der Weg ist? Wir werden die Ersten sein, die zurücktreten werden. Ich sage, nicht nur wir — nicht nur von mir spreche ich — Ihr alle werdet die Ersten sein, die sagen werden: Gut, du hast den Schlüssel und den Weg gefunden. Diesen Schlüssel nehmen wir an und gehen diesen Weg. Wir wollen auf diese Weise die Palästinaarbeit haben! Aber nur zu uns zu kommen und zu behaupten, das Palästinaamt hat nichts Positives geleistet zu einer Zeit, wo wir wissen, welche Macht die Palästinaarbeit für unsere gesamte Propaganda war, und wo wir wissen, welche Freude jeder daran erlebte, und jeder weiß, daß wir nur das Positive vom Negativen zu trennen brauchen — zu einer solchen Zeit mit einer solchen Theorie zu kommen, — das halte ich für eine Rehabilitierung des E. A. C. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn das E. A. C. sich mit Parteipolitik befaßt hat, so war das eine Folge dieser Politik, die Herr Kann und seine Gesinnungsgenossen verfolgt haben. (Stürmischer Beifall.) Meine Damen und Herren! Sie wissen, daß ich für diese Personen gekämpft habe, insbesondere für Herrn Wolffsohn, und ich erkläre Ihnen auch heute, ich bedauere es keinen einzigen Moment, daß ich für Herrn Wolffsohn gekämpft habe, und ich sage, daß ich nicht zu denen gehöre, die auch im Traum nur Herrn Wolffsohn aus unsere/r Arbeit ausschalten möchten. Aber eines muß ich Ihnen sagen. Als damals der Kongreß zu Ende war und sozusagen die einen Personen durch die anderen ersetzt wurden, da hatte ich davon geträumt, wie die alten Personen verfahren würden, da hatte ich mir gesagt, was müßten sie jetzt tun. Nicht ein einziges Mal gegen das E. A. C, nicht ein einziges Mal gegen die Arbeit in Palästina auftreten! Im Laufe von zwei Jahren wird Palästina noch nicht zugrunde gehen und noch nicht gesprengt werden. Nicht ein einziges Mal dagegen auftreten, wohl aber sie stützen und zweitens die eigene positive Arbeit noch einmal zeigen. Und dann, wenn wir heute daständen, und nicht eine solche Kritik geübt würde, sondern eine positive Arbeitsleistung vor uns stände, da würde von uns nicht ein einziger zweifeln, und alles würde rufen: Zurück, die alten Männer wieder an ihre Stelle! Aber in welcher Lage sind wir heute? Soll es immer darauf hinauslaufen, daß der Kampf zwischen den einzelnen Personen bestehen soll? Haben wir wirklich kein Mittel, um diese Personen zusammenzuschmieden? Sind wir soweit gekommen, daß wir unsere Kraft und Energie vergeuden müssen, um uns zu zerfleischen und keine solche Vereinigung finden können, daß die Zerfleischung nach einem anderen Lager gehen soll, daß wir lieber unsere Gegner vernichten sollen, als uns untereinander zu zerfleischen? (Lebhafter Beifall.) Heute stehen wir