Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 156)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 149 — E. A. C. auf das positive Konto schreibe, das ist seine Arbeit in den verschiedenen Landsmannschaften und in den verschiedenen Organisationen. Das E. A. C. hat es verstanden, sich mit den Angelegenheiten der Landsmannschaften zu befassen und auf die Landsmannschaften einen Einfluß auszuüben, alle Organisationen nach Möglichkeit zu stützen und eine Gesundung der Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Es hat in dieser Hinsicht nach demokratischen Grundsätzen gehandelt, es stand nicht in der Ferne, sondern es ging hinein in die Massen, die für uns vorhanden sind. Aber reden wir uns nicht zuviel ein. Es ist richtig, daß die Volksmassen in ihrer Gesamtheit und sogar in ihrer großen Majorität nicht hinter uns stehen, und daß wir auch weiter noch erst der Hoffnung uns hingeben müssen, daß die zionistisch geschulte Masse immer größer und größer werden wird. In diese Massen also gingen die Mitglieder des E. A. C. und mit ihnen haben sie versucht, über alles zu beraten, worüber sie beraten konnten. Das ist ein Vorteil. Hätten sie nur diesen Vorteil nach der einen Richtung ausgeübt, nur die Fragen zu beraten, welche dem Zionismus angehören und nicht über die Fragen zu beraten, welche die Parteipolitik angehen, dann würde ich sagen, daß ist eine eurer Glanzleistungen, da habt ihr Seele, Agitation und Propaganda hineingelegt und in solchen Mengen, wie wir es in der letzten Zeit nicht gewohnt waren. Wir geben zu, daß alle Reisen der E. A. C.-Mitglieder an und für sich ungewöhnliche Propagandamittel sind. Wir müssen aber vor allen Dingen folgendes sagen: Wie wir schon für unsere Mitglieder Arbeit und Propaganda erwarten, müssen wir auch von unseren Führern Propaganda erwarten. Sagen Sie nicht, daß die Leitung nur die Aufgabe hat, das Bureau zu verwalten und die gesamte Leitung in den Händen zu haben. Die Leitung hat sich auch damit zu befassen, Muster und Beispiel für jeden unter uns in bezug auf die Arbeit zu werden. Niemand von Ihnen darf fürchten, den Kampf mit den Gegnern aufzunehmen. Jeder von Ihnen muß auch dort sein, wo er den Gegner des Zionismus vor sich hat. Zieht man also das Fazit über das, was ich früher gesagt habe, nach der negativen Seite, und man wird dem E. A. C. klarmachen müssen, daß es sich davon emanzipieren muß. Ziehen wir aber das Fazit nach dem, was Positives geleistet wurde, müssen wir sagen, das E. A. C. hat unvergleichlich mehr Positives geleistet als Negatives, und deshalb verdient es unser uneingeschränktes Vertrauen. (Lebhafter Beifall.) Meine Damen und Herren! Ueber einen Punkt möchte ich mich hier ganz reserviert äußern. Ich stehe auch nach den Ausführungen des Herrn Fischer und nach den Ausführungen, die Herr Kann hier vorbringen wird — wir kennen sie schon so ziemlich gut, sie sind schon in unserem Besitz — nach diesen Ausführungen stehe ich voll und ganz für die Palästinaarbeit ein und ich verstehe gar nicht, wie man anders verfahren kann. Nun wird Herr Kann sagen: „ich stehe auch auf diesem Boden; habe ich jemals etwas gegen die Palästinaarbeit gesprochen? Ich habe doch immer für die praktische Arbeit in Palästina gesprochen!" Ich möchte nur dann eine Frage an Herrn Kann richten für die Zukunft, er kann mir noch antworten! Ist das die praktische Arbeit, wie er gegen die Palästinaarbeit handelt? (Sehr richtig!) Ist das nicht die unpraktischste Art, wie er gegen die Palästinaarbeit kämpft? Gesinnungsgenossen! Wenn Herr Kann zu uns gekommen wäre und gesagt hätte, dies muß geändert werden, dies geht nicht, daran werden sich Schäden herausstellen, dies wird nicht haltbar sein usw. — um Gottes willen, wir sind doch alle verantwortlich, wir wollen doch alle nicht bankerott sein! Wir wollen doch alle nicht, daß man uns nach einigen Jahren steinigen soll. Wir wollen alle, daß die Palästinaarbeit gut geleistet wird aus inneren Gründen, weil die Palästinaarbeit einen so mächtigen Faktor in der Entwicklung unserer Bewegung und der Erreichung unseres Zieles bildet, weil wir