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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 139

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 139 (sequence 146)
Language
German, English, Hebrew
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— 139 — nadh zwei Jahren sein wird. Da könnte irgendeine andere Richtung wieder ein anderes Experiment mit der Bank macihen wollen. Nein, Schuster bleib bei deinem Leisten. Für die Bankleitung gehören Bankleute, (Dr. Jacobsohn- Dr. Marmorek!) Wenn auch Dr. Marmorek ein lieber, guter Freund von mir ist, erscheint er mir ebensowenig geeignet, Mitglied des Aufsichtsrates zu sein, wie mancher andere. Aber ohne daß er viel davon versteht, 'hat er immer gesagt: Das Geld der Bank müßt Ihr hüten, das sind Mündelgelder, wie Herzl zu sagen pflegte. Dagegen sind jetzt in der Partei Leute, die von Parteirücksichten sich leiten lassen. Ich will Namen nennen. Herr Dr. H a n t k e hat mir auf der vorigen Jahreskonferenz in Gegenwart von Herrn Dr. Jacobson gesagt, die Bank ist für uns da, und wenn die Bewegung Geld braucht, müßt Ihr die 100 000 Mark auch ohne Garantien geben. Mein Freund Simon, den ich als Gegner verehre und achte, sagte in einer Debatte über den Bezalel, als dieser nahe daran war, kaput zu gehen: Damit der Bezalel nicht zugrunde geht, muß die Bank 100 000 Mark hergeben. (Widerspruch seitens des Herrn Simon.) Es ist protokolliert, Herr Simon! Das ist der Unterschied. Marmorek versteht von der Sache nichts, aber er hat geholfen, die Gelder zusammenzuhalten. Meine Herren! Wenn Sie zur Bankleitung kommen und sagen würden, wir schlagen Ihnen eine Reihe von Herren vor, die geeignet sind, mitzuverwalten — wir würden kein Wort dagegen sagen. Wenn man aber kommt und sagt: Wir wollen Parteimänner in die Leitung hineinwählen, damit der Aufsichtsrat der Parteirichtung entspreche — ob dieser oder jener Richtung ist mir ganz egal — wenn Sie wollen, daß das Direktorium aus Parteimännern besteht, welche die Sache nicht mehr auf ihren Wert prüfen können, sondern von Parteirücksichten sich bestimmen lassen, dann können wir nicht mittun. Wir haben oft genug Beweise davon bekommen, wie es mit Majoritätsbeschlüssen aussieht. Da hat eine Majorität einer Landsmannschaft einen Beschluß gefaßt — ob es die russische Landsmannschaft ist oder eine andere, ist ganz gleichgültig — und nachdem die Landsmannschaft dieser Ansicht war, mußten ihre Delegierten im Actions- Comite für die Beschlüsse ihrer Landsmannschaft eintreten. Und, geehrter Kongreß, auf welchem Standpunkte Sie auch immer stehen: Von Landsmannschaften kann eine Bank nicht geleitet werden! (Stürmischer Beifall.) Ich werde jetzt zum Schluß kommen. Herrn Dr. Tschlenow, den ich — es ist keine Uebertreibung — für den besten Mann unter uns halte, habe ich nach dem Krach in Hamburg geschrieben: „Sie sind der einzige Mann, der geeignet ist, jetzt an die Spitze zu treten. Kommen Sie nach Berlin, treten Sie an die Spitze, und ich trete mit Vergnügen zurück." Sie werden mich also nicht im Verdacht haben, daß ich Dr. Tschlenow für einen schlechten Menschen halte, aber ich halte ihn für einen furchtbar schlechten Bankier (Heiterkeit), und vielleicht auch für einen schlechten Politiker. Dr. Tschlenow hat in seiner Rede, die ich ganz genau angehört habe, weil ich Dr. Tschlenow sehr gerne höre, gesagt, wir müssen uns die Geschichte ins Gedächtnis rufen, und er erzählte uns, wie sich die Dinge entwickelt haben, und er schloß damit: „Endlich müssen wir das ganz durchführen, wir müssen zu einem guten Ende kommen." Er meinte, zuerst hat man die Leitung bekommen, jetzt muß die Bank folgen. Wenn das ein gutes Ende, ein schönes Ende sein soll, daß man der Bankleitung die Bank aus den Händen nimmt, Leuten, die jahrelang gearbeitet haben — ich spreche auch pro domo, wo es sich um so Wichtiges handelt — wenn man es Männern, die ihr Leben, ihre Gesundheit und ihr Vermögen für die Sache geopfert

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