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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 137

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 137 (sequence 144)
Language
German, English, Hebrew
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— 137 — seine Größe bewundert und ihm erklärt: Da müssen Sie sich andere Leute dafür suchen, ich kann nicht mittun. Da hat mir Dr. H e r z l zugerufen: Wenn Sie in der Bewegungsind, haben Sie das zu tun, was ich Ihnen sage. Entweder — oder! Sie gehorchen! Ich habe gehorcht, und ich bereue es nicht. (Lebhafter Beifall.) Hoher Kongreß! Wir haben in jahrelanger Arbeit gelernt. Wir haben aber auch andere herangezogen, wir gewannen dann auch Fachleute und ich <muß jedem von uns das Zeugnis ausstellen, daß wir und besonders die Herren Dr. Katzenelsohn, Kann und C o w e n, daß jeder von uns, auch ich, für die1 jüdisdie Kolonialbank und die A. P. C mehr gearbeitet haben, als in unseren eigenen Geschäften. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe.) Wir wollen auch jetzt weiter arbeiten, wenn man .uns die Arbeit nicht unmöglich macht, indem man kommt und sagt: .„Unsere Partei hat ,auf dem! vorigen Kongresse gesiegt, ergo müssen wir .die Bank haben." Ich will darüber nicht streiten, meine Herren, ob ich ,aut dem vorigen Kongresse die Majorität hatte oder nicht. Ich stehe auf idem Standpunkte, daß wir überhaupt keine Parteien unter uns haben sollten. (Lebhafter Beifall.) Das sind künstliche Gebilde. Wenn wir, wie die Vertreter irgend eines anderen Volkes in irgend einem anderen, Parlamente es tun, nicht bloß sechs Tage, wenn wir sechs Monate oder neun Monate zusammensitzen würden, dann, ich bin fest davon überzeugt, würde es sich herausstellen, daß eigentlich keine Gegensätze bestehen. Ist es ja Ischon heute vorgekommen, daß Dr. S y r k i n gegen die Leitung gesprochen und dann für sie ein Vertrauensvotum beantragt hat. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Ich wiederhole, ich hätte die kleinen Anklagen gegen die Leitung lieber in den Sitzungen des Actions- Gomites als hier vorgebracht, wie ich es in den letzten zwei Jahren getan habe. Ich hätte die Oeffentlichkeit nicht damit beschäftigt, nicht nur weil ich weiß, wie unangenehm eine derartige Kritik ist — ich habe sie ja sechs Jahre am eigenen Leib erfahren —, sondern im Interesse der Bewegung. Ich habe, als ich von der Leitung zurückgetreten bin, erst das Wort — heute kann man doch schon ein hebräisches Wort gebrauchen — verstanden: Jiftoch bedoro K'Schmuel bedoro. Man hat immer Vergleiche mit HerzI angestellt. Meine Damen und Herren! Jeder, der an der Stelle hier die Leitung übernimmt, ist der Vertreter Herzls lund muß ebenso wie HerzI respektiert werden. (Lebhafter Beifall.) Nichtsdestoweniger, wenn eine gesunde Kritik geübt wird, dann schadet das nichts. Ich werde ebenfalls eine solche Kritik üben, und ich glaube, alle Richtungen ohne Unterschied werden mir recht geben. Die Herren wollten, daß wir fünf Kapitäne auf unsere Kommandobrücke stellen. Bei fünf Köpfen gibt es fünf Meinungen, und wenn die Herren sich noch so gut miteinander vertragen, so kommen doch die Parteirücksichten zum Vorschein. Unsere Leitung hat nicht den Versuch gemacht, die Gegensätze auszugleichen und die Leute zusammenzuhalten. Geehrter Kongreß! Wir Zionisten sind große Optimisten. Das sind die Juden im allgemeinen, wir aber sind es in einem ganz besonderem Maße und müssen es auch sein; wenn HerzI kein Optimist gewesen wäre, er hätte die Sache nicht unternommen. Wir wollen es sein. Aber wir dürfen immerhin nur Dinge unternehmen, die wir auch durchführen können, und wir dürfen keine Spaltungen unter uns hervorrufen. Wir haben in unserer Bewegung nach Herzls Tode es bereits erlebt, daß eine Spaltung bei uns entstanden ist. Ich bin gewiß nicht auf der Seite derer, die von uns gegangen sind. Ich kann mir überhaupt nicht denken, daß einer, der wirklich Zionist ist, der den Zionismus erfaßt hat, von uns gehen kann. (Stürmischer Beifall.) Das kann ich mir nicht denken. Aber es war damals ein Schaden für uns, daß wir Männer wie Z a n g w i 11 und andere verloren haben. Ich habe mich soviel als mög-

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