Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 134

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 134 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4053-3480196
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 134 — sie mit Anträgen kommt, die es der Leitung der Bank unmöglich machen könnten, sie weiter zu verwalten. Herzl suchte Leute heranzuziehen, die ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Kenntnisse in den Dienst der Sache gestellt haben. Nach unserer neuen Leitung hängt die Glückseligkeit der zionistischen Organisation davon ab, ob noch drei Leute aus ihrer Partei dort hineinkommen, damit sie die Majorität in der Verwaltung unserer Gelder haben. Man gibt Gründe dafür an, die keine Gründe sind. Es wird "gesagt: Da die Gelder nur für die zionistische Organisation da sind, müsse »man, wenn Verhältnisse eintreten und günstige Gelegenheiten sich ergeben, sofort über das Geld verfügen können. Herr Ussischkin hat hinzugefügt: Für El Arisch hat man Geld gegeben. Man sagt: „Wir wollen nicht bei der Bank Leute in der Majorität haben, die anders denken wie wir. Wir wollen keine Gegner in der Bankverwaltung haben." Aber man darf uns nicht als Gegner bezeichnen. Ich jmöchte den Kongreß und die Leitung fragen, ob sie mir einen Fall nennen können, wo es nach kaufmännischen Begriffen notwendig war, daß die Bank für die Bewegung Geld gebe und die Bank sich geweigert hätte. Als Herzl seinerzeit von der jetzt noch bestehenden Verwaltung der Bank 4000 Pfund für El Arisch verlangte, da haben wir ihm dieses Geld im Handumdrehen bewilligt, weil wir uns gesagt haben, es kann eine große Sache daraus werden. Wenn wirklich große Gelegenheiten in Palästina vorhanden sein werden, die das ganze Geld der Bank beanspruchen würden, wird niemand zögern, die ganze Bank und das ganze Vermögen in den Dienst der Sache zu stellen. (Lebhafter Beifall.) Ich werde Ihnen dafür Beweise bringen. Es ist noch nicht lange her, da hat unser Vertreter bzw. das Mitglied des E. A. C, Herr Dr. Jacobson, für eine Sache, aus der allerdings nachträglich nichts geworden ist, 10 000 Pfund verlangt, und unsere Antwort war sofort eine zustimmende. Ich will damit beweisen, daß, wenn Sie mit einer Sache kommen, die von Wichtigkeit ist, die Bankverwaltung und besonders auch ich, der seit Begründung der Bank an der Spitze der Verwaltung steht, noch nie dagegen gewesen ist. Wenn Sie aber mit Experimenten kommen und Gelder für eine P. L. D1. C, für einen Bezalel oder gar für die Leitung verlangen, da sagen wir: Nein. Das Geld ist uns zur Verwaltung anvertraut worden. Wir wollen mit diesem Gelde keine Experimente machen. Für wichtige Sachen sind wir immer zu haben, nur nicht für Experimente. (Rufe: Was ist wichtig?) Wichtig ist das, was nach kaufmännischen Begriffen notwendig ist. (Beifall. — Widerspruch.) Es hat keinen Zweck, auf die Zwischenrufe einzugehen. Sie sagen ferner — und das Wort ist mir aufgefallen, weil es von Herrn Syrkin stammt, der doch eigentlich als Kontraredner gesprochen hat, daß die Gelder der Bank nicht für den Zweck, wofür sie bestimmt sind, verwendet werden, indem wir nur Geschäfte damit machen. Zunächst auch ein Wort über die praktische Arbeit. Nach meiner festen Ueberzeugu'ng — und Sie werden alle zu dieser Ueberzeugung kommen — ist die beste praktische Arbeit, die in Palästina von uns geleistet worden ist, die Arbeit der A. P. C. Sie haben einen Bericht über ihre zehnjährige Tätigkeit bekommen, lesen Sie nach, was die geschaffen hat 'und sehen Sie sich an, ob das praktische Arbeit ist. (Ruf: Die Gelder hat man der Bank herausreißen müssen!) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte keine Zwischenrufe, Sie stören die Verhandlungen. Präsident Wolffsohn: Sie sind falsch unterrichtet, Sie waren damals noch nicht dabei, sonst würden Sie so etwas nidht sagen. Die jüdische Kolonialbank, die A. P. C. und unsere dritte Bank in Konstantinopel haben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.