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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 129

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 129 (sequence 136)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 129 — nun ferner, die äußere Welt nehmen, die ganze Kulturwelt, von deren Sympathien man in unserer Bewegung soviel gesprochen und die man in Broschüren und Artikeln immer zu wecken gesucht hat, sind sie durch unsere Arbeit in viel höherem und viel größerem Maßstabe geweckt worden. Die Sympathie und das Interesse von wichtigen Kreisen der gesamten Kulturwelt haben wir wachgerufen. Wenn Sie die ernsten Preßorgane von Westeuropa verfolgen, werden Sie sehen, mit welchem Interesse man dort unseren Arbeiten in Palästina folgt. Ja, man zeigt sogar oft die Neigung, unsere Arbeiten sich zuzuschreiben, mit der Wirkung, andere Nationen mit!ihr zu verknüpfen. Nun kommt das dritte, was von besonderer Wichtigkeit ist. Wir denken nämlich, daß die Machtfaktoren in der Türkei jetzt viel besser und klarer einsehen,, welche Kulturkraft wir ins Land bringen und was für einen großen Nutzen wir diesem verwahrlosten Lande leisten können und werden. Wir denken, daß die Türken jetzt, durch unsere Arbeit, sich am besten überzeugen konnten, daß wir nicht die Vorposten irgendwelcher Nation oder Macht sind, sondern nur für die Verwirklichung unserer eigenen Bestrebungen und unserer Ideale kämpfen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und wenn wir hinzufügen, daß sie Möglichkeit genug hatten, in diesen Jahren der Kriege, einzusehen, daß wir wissen, Treue und Dankbarkeit denjenigen zu bewahren, die an den Exzessen und Beschränkungen der Juden niemals teilgenommen hatten (erneuter lebhafter Beifall), so haben wir Grund, die Vermutung aufzustellen, daß dort, auf der anderen Seite der Wand, die Frage auftaucht, ob es überhaupt nötig war, eine solche Wand aufzurichten und ob nicht die Zeit gekommen wäre, diese Wand wegzuräumen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das, meine Damen und Herren, ist der politische Sinn dieser kleinen Palästinaarbeit, die wir mit soviel Liebe und Mühe in den letzten Jahren geleistet haben. Wir denken, daß, wenn wir auf diesem Wege weiter fortfahren, wir schließlich das erreichen werden, was wir auf einem anderen Wege nicht erreichen konnten. Unsere Arbeit im Laufe der letzten Jahre hat uns nämlich vollständig bewiesen, daß der Erfolg von zwei Bedingungen abhängig ist, und das sind: Rechte und Kredit. Wir erwarten, ja, wir sind überzeugt, daß wir beide Bedingungen erreichen werden. Rechte, weil wir keine Privilegien verlangen, sondern für unsere Arbeit diejenigen Rechte brauchen, die das türkische Reich selbst für sich, für seine Entwicklung und sein Gedeihen braucht. Diese wird das Reich sich selbst, folglich auch uns, verschaffen müssen. Aber auch ein normales Kreditwesen werden wir schaffen können. Unser Land hat sein altes Renommee wieder bewiesen; es belohnt Arbeit und Kapital reichlich; es sind also alle Verhältnisse gegeben, welche ein geregeltes und geordnetes Kreditwesen verbürgen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ja, es ist unsere tiefste und feste Ueberzeugung: Wir sind auf dem richtigen Wege. Wir machen jetzt gerade eine sehr ernste Zeit durch, die für unsere Arbeit und für unsere Bewegung von der größten Bedeutung sein kann. Wollen wir uns darum bei organisatorischen Fragen nicht zu lange aufhalten. Wichtigere Aufgaben harren, wir haben kein Recht, zu rasten und zu ruhen. Wir müssen immer vorwärts gehen, immer arbeiten und arbeiten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Denn in Arbeit und Hoffnung liegt der Weg, den wir weitergehen müssen, auf dem wir schließlich auch siegen werden. (Stürmischer, lang andauernder, sich immer wiederholender Beifall. — Redner wird beglückwünscht.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat jetzt Herr Wolf fsohn. (Stürmischer, minutenlanger Beifall, die Versammlung erhebt sich unter großen Ovationen, Tücher- und Hüteschwenken.) 9

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