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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 128

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 128 (sequence 135)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 128 — ein Ende machen; viel wichtigere Probleme stehen vor uns, und um sie zu verwirklichen, um fruchtbringend arbeiten zu können, müssen wir von diesen aufreibenden Verhältnissen befreit werden. Neun Jahre, hoher Kongreß, sind vorüber, seit wir für die neue Richtung unserer Arbeit zu kämpfen begonnen. Vor neun Jahren ist etwas geschehen, was den Eindruck erwecken könnte, als ob unsere Bewegung eine fatale Krise durchmachen müsse. Der unermüdliche Führer, der unsere Organisation in so raschem Tempo immer nach vorwärts geführt hat, hat vor seinen Augen plötzlich eine Wand gesehen, die er nicht durchdringen konnte. Als er nach rückwärts blickte und das Volk sah, welches voll Vertrauen auf ihn schaute, dachte er, daß er nicht warten und stehen bleiben könne, sondern eine Ablenkung finden müsse, und so hat er dann den gewissen Versuch gemacht, selbstverständlich in der Hoffnung, durch diese Ablenkung doch wieder zum ersten und großen Ziel zu gelangen; aber er hat sich bald überzeugt, daß dieser Ablenkungsweg kein richtiger war und da der direkte Weg vor ihm durch eine Wand versperrt schien und er keinen anderen sah, den er das Volk hätte führen können, ist er in eine so bittere Verzweiflung geraten, daß sein Herz dies nicht aushalten konnte und zusammenbrach. (Bewegung.) Dann eben, meine Damen und Herren, haben wir gefordert, einen anderen Versuch zu machen, um diese Wand zu umgehen, nicht durch Ablenkung oder auf Umwegen zum Ziele zu gelangen. Und darin liegt der Zweck und der Sinne unserer ganzen Arbeit in Palästina im Laufe der letzten Jahre. Es wird von gegnerischer Seite behauptet, daß wir die großen Ideale vergessen, bagatellisiert, in Kleinigkeiten umgemünzt haben. Solche Behauptungen sind auch von den Herren Vorrednern vorgebracht worden. Meine Herren! Diejenigen, die solche Behauptungen aufstellen, verstehen nicht den Zweck und den Sinn unserer jetzigen Richtung und Arbeit. (Beifall.) Ich will jetzt nicht von den effektiven Erfolgen und Tatsachen unserer Palästinaarbeit und der allgemeinen Richtung, der wir jetzt folgen, sprechen, ich will nur eine Seite erörtern: Die politische Bedeutung dieser Arbeit. Der politische Zweck dieser unserer jetzigen Arbeit in Palästina ist folgender: Wir wollen und müssen durch Arbeit und Tatsachen dem jüdischen Volke, der Türkei und der ganzen Welt demonstrativ beweisen, was wir Zionisten in Palästina leisten wollen und auf welche Weise wir in Palästina arbeiten wollen. (Lebhafter Beifall.) Es ist richtig, die Arbeit, die wir dort führen und leisten, wird aus kleinen Stücken zusammengestellt. Wer nur die kleinen Schritte und Etappen unseres Weges beachtet und nicht vor den Augen den allgemeinen Plan hat, der sagt — die Herren haben sich ganz in Kleinigkeiten verloren. Aber jedes großes Gebäude wird nur aus einzelnen Ziegeln und Steinen gebaut. Diejenigen Ziegel und Steine, die wir in Palästina jetzt legen, sind eben die Grundsteine, die für das zukünftige Gebäude des ganzen jüdischen Volkes jetzt dienen. Nicht viele Jahre sind vorüber, seitdem wir in dieser Richtung arbeiten, und doch können wir schon sehr ansehnliche Resultate konstatieren. Für das gesamte jüdische Volk ist jetzt Palästina ein so nahes Objekt geworden, das Interesse ist so rege geworden, die Liebe ist so erweckt worden und der Wunsch nach der Beteiligung an der Arbeit ist nicht nur in zionistischen, sondern sogar in manchen uns ganz fernstehenden Kreisen wachgerufen worden, daß wir von dieser agitatorischen Wirkung unserer Arbeit unbedingt sehr zufrieden sein können. Wir sehen Organisationen und einzelne Personen, die sich von uns immer abzugrenzen suchen, die überall behaupten, sie seien ja keine Zionisten, doch — sanctae simplicitates — dasjenige tuen, was die Entwicklung Palästinas fordert und was unsere Ideen eingeflößt haben. (Beifall.) Wenn Sie

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