Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 134)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 127 — zu machen und nur aus 23 Mitgliedern bestehen zu lassen, und dann fährt er fort: Diese Voraussetzungen sind umso wichtiger, als das Große Actions-Comite gleichzeitig die Mitgliedschaft des National fonds sowie den Aufsichtsrat des J. C. T. repräsentieren wird, (hört! hört!) da sich die Verschiedenheit der Mitgliedschaft in diesen Institutionen als großer Uebelstand erwiesen hat. (Lebhafter Beifall.) Dieser Gedanke wurde schon damals als Grundlage der Reorganisation aufgestellt und dadurch motiviert, daß sich eben die Verschiedenheit? der Mitgliedschaft in diesen Institutionen als ein großer Mißstand erwiesen habe. Es ist ja klar, daß, wenn wir eine Körperschaft bilden, der wir große Pflichten und eine große Verantwortlichkeit auferlegen und dabei diese Körperschaft in zwei Teile trennen, von denen der eine von der Verantwortlichkeit nrna der Möglichkeit, mitzuarbeiten, befreit ist, so kann dieser Teil seine Energie nicht voll entfalten. In verschiedenen Fragen finanzieller, kolonisatorischer, palästinensischer Natur, hat sich die Schädlichkeit dieser Differenzierung auch klar gezeigt. Welche Gründe aber bewegen die andere Seite, zu fordern, daß wir bei dem jetzigen abnormalen Zustande bleiben sollen? Die Herren sagen: Wir können Geldfragen nicht jedermann anvertrauen. Geld ist etwas, was wichtiger ist, als eine Idee, als das Prestige der Organisation, als alle Interessen der zionistischen Bewegung; diese können wir den?- jenigen anvertrauen, die der Kongreß wählt, aber Geldfragen können wir nur Auserwählten, zwischen diesen Gewählten anvertrauen. Meine Herren! Ich überlasse Ihnen, zu beurteilen, inwiefern das begründet ist. Ich will nur bemerken: es war früher bei uns darin eine Kautel gelegen, daß wir in den Aufsichtsrat nur Personen wählten, die zum zweitenmal in das Große Actions-Comite entsandt worden waren. Wenn die Herren verlangen sollten, daß wir zur Beteiligung an den Angelegenheiten der Finanzinstitutionen, des Nationalfonds und der Bank, nur diejenigen zulassen, die sozusagen in dieser Weise ihre Eigenschaft und ihre Fähigkeiten bewiesen haben, so könnten wir diese Konzession machen. Weiter aber dürfen wir, meiner Meinung nach, auf keinen Fall gehen. Und nun, geehrter Kongreß! Was den Nationalfonds anbelangt, so glaube ich, das Recht zu haben, als Mitglied des Direktoriums zu erklären, daß wir, das Direktorium des Nationalfonds, keineswegs Hindernisse sehen, daß die Generalversammlung des Nationalfonds mit dem Großen Actions-Comite zusammenfallen soll. (Lebhafter Beifall.) Ich denke, wenn die Herren vom Direktorium der Bank auch die Kautele, von welcher ich sprach, in Betracht ziehen, werden sie zu dem Schlüsse kommen, daß wir anders nicht verhandeln können und dürfen. Denn, vergessen Sie nicht, meine Herren, was aus der jetzigen Ordnung folgt: Wir haben in unserem Actions-Comite Mitglieder ersten und zweiten Ranges. Wir Juden wissen, was das heißt, Bürger zweiten Ranges zu sein (Zustimmung), und da müssen Sie auch wissen, was es heißt, ein Mitglied des Actions-Comites zweiten Ranges zu sein. Wenn ein solches Mitglied an einer Sitzung teilnimmt, in der Fragen der Bank und des Nationalfonds zur Verhandlung kommen, dann hat er ein Gefühl, wie der russische Jude, wenn er vom Ansiedlungsrayon zu der Grenze kommt, die er nicht überschreiten darf, (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren! Diese Grenze, diese Scheidung der Mitglieder des Actions-Comites in solche ersten und zweiten Ranges, können wir nicht zulassen! Diejenigen Herren, denen wir alle Interessen des Zionismus anvertrauen, denen wir die Ehre der Bewegung und unserer Organisation überantwortet haben, diesen können wir auch die Sorge für unsere Finanzen übertragen. (Lebhafter Beifall.) Wir müssen diese Vollendung durchr führen, damit wir endlich einmal mit den organisatorischen Problemen