Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 133)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 126 — führen können, wenn wir nicht eine Grundlage in der Besteuerung unserer Finanzinstitute schaffen werden. Wir haben dagegen gekämpft; wir waren davon überzeugt, daß unsere Organisation alles das für die Bewegung geben wird, was wir brauchen, wenn nur entsprechend gearbeitet werden wird. Diese Frage ist jetzt gänzlich verschwunden, denn ungeachtet dessen, daß dem E. A. C. Vorwürfe gemacht wurden, wegen der großen Ausgaben, sind diese Ausgaben von der Organisation vollständig gedeckt, ohne irgendwelche Besteuerung der Finanzinstitute (lebhafter Beifall). Ja, wenn wir die Arbeit dieser 2 jährigen Periode betrachten, wiederhole ich, wir können mit Dr. Klee vom II. Kongreß jetzt sagen: mit dieser Reform der Zentralisation sind wir, die wir für sie gekämpft haben, vollständig zufrieden. (Lebhafter Beifall.) Nun, meine Damen und Herren, wir haben am letzten Kongreß nicht alles durchführen können, nicht, weil wir nicht überzeugt waren von der Notwendigkeit dessen, was wir nicht durchführen konnten, sondern weil es uns dann einfach unmöglich war. Ich bin überzeugt, daß wir jetzt das werden vollenden können, was uns damals nicht gelungen ist. Und da will ich nur von zwei Sachen sprechen: von dem N. F. und von unseren Banken. Geehrter Kongreß! In der Forderung, den Sitz des Nationalfonds nach dem Sitz der Zentrale zu verlegen, ist ein Punkt enthalten, der von sehr vielen außer acht gelassen und gar nicht berücksichtigt wird. Es wird behauptet, daß die Sammlungen ebensogut von Köln aus gemacht werden können, wie von Berlin aus. Das stimmt vielleicht nicht ganz. Denn wenn die Energie des allgemeinen zionistischen Zentralbureaus und des Hauptbureaus des Nationalfonds vereinigt wäre, könnte es mehr Nutzen für beide Institutionen geben. Wenn aber diese Behauptung doch der Richtigkeit einigermaßen nahe kommt, so wird etwas anderes, was von großer Bedeutung ist, gar nicht berücksichtigt. Der Nationalfonds ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen die einzige kolonisatorische Institution unserer Bewegung; fast die ganze Palästinaarbeit konzentriert sich im Bureau des Nationalfonds. Und da wir, die Mitglieder des Direktoriums des Nationalfonds, in allen Weltteilen verstreut sind, so folgt daraus, daß e i n Mitglied, der Präsident des Direktoriums, eigentlich die ganze Palästinaarbeit verwirklicht und leitet. Und ich brauche nicht viel zu sagen, um behaupten zu dürfen, daß es von großer Bedeutung wäre, daß an diesem wichtigsten Teile unserer Arbeit, der Palästinaarbeit, das E. A. C. immer einen aktiven beständigen Anteil haben sollte. (Lebhafter Beifall.) Das ist der Haupl:beweggrund, warum der Sitz des Nationalfonds mit dem Sitze des zionistischen Zentralbureaus vereinigt werden muß. Selbstverständlich wollen wir alle, daß die kostbare Kraft, die jetzt an der Spitze des Nationalfonds steht, ihre Arbeit auch in Berlin fortsetzen soll. (Lebhafter Beifall.) Das wird doppelt Nutzen bringen. Der Nationalfonds wird in seiner Tätigkeit vielen Nutzen vom E. A. C. haben. Aber auch der Leiter des Nationalfonds, als Mitglied des Actions-Comites, wird nutzbringender für unsere allgemeinen Interessen wirken können. Etwas komplizierter ist die Frage der Beziehungen zwischen den Banken und unserer Leitung. Meine Herren! Diese Frage, die jetzt im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht, ist nicht neu. Sie ist nicht jetzt erst vom E. A. C. erfunden und neu gestellt worden. Ich will Ihnen einen Passus vorlesen, aus einem Artikel, der Ihnen es beweisen wird. Der Verfasser des Motivenberichtes zum Entwurf des Organisationsstatuts, Herr Dr. Bodenheim er, von ganz anderen Motiven ausgehend, von dem Bedürfnis der Organisation, hat in der „Welt" vom 21. Juli 1911, also vor mehr als zwei Jahren, die gleiche Forderung dargelegt. Er schlägt in seinem Motivenbericht vor, das Große Actions-Comite kleiner