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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 124

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 124 (sequence 131)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 124 — Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Dr. Tschlenowhat das Wort. Del. Dr. Tschlenow (von stürmischem, sich immer wieder erneuerndem Beifall, Tücherschwenken, sowie durch Erheben der Versammlung von den Sitzen begrüßt): Geehrter Kongreß! Vor vier Jahren war es, in Hamburg, da hatte ich auch die schwierige und ehrenhafte Aufgabe, vor Ihnen als Generalredner in der Frage, die damals den Kongreß am meisten fesselte und aufregte, hervorzutreten, und auch heute ist mir „von den vielen Rednern, statt deren Sie sechs Generalredner, wie heute geäußert worden ist, gewühlt haben", die Pflicht auferlegt worden, als Generalredner in der Frage, die »auch diesmal unsere dichten Reihen so tief bewegt und interessiert, aufzutreten. Nun, meine Damen und Herren, der Unterschied zwischen damals und heute ist ein sehr markanter: der „Kateiger" von damals ist der „Saneiger" von heute. Derjenige, der damals die Aufgabe hatte, gegen die Leitung zu kämpfen, freut sich, daß er jetzt von einer solchen Aufgabe befreit ist, und daß er in die beneidenswerte Lage gekommen ist, in der sich unser Freund Klee, ich glaube am II. Kongreß befunden hat, indem er nach dem Berichte kurz sagen konnte: Wir sind zufrieden. Ich muß vor Ihnen zuerst etwas Geschichtliches vorführen und Ihnen einen Ausdruck in Erinnerung bringen, der in Hamburg eine Art Schreckgespenst bildete. Das waren die sogenannten Petersburger Beschlüsse. Was bezweckten diese Beschlüsse? Eine grundlegende Reform, aber nicht, wie es manche hier gedeutet haben, des Programms, eine Aenderung der Prinzipien unserer Arbeit. Nein, damit bin ich nicht einverstanden. Die neuen Grundprinzipien unserer Arbeit sind bereits am VII. und VIII. Kongreß festgelegt, in der Form, in der sie jetzt verr wirklicht werden. Etwas anderes bezwecken die „Petersburger Beschlüsse". Unsere Bewegung hat stark darunter gelitten, daß diejenigen, die nach den festgelegten Richtlinien unsere Arbeit führen sollten, nicht von der Wichtigkeit dieser festgesetzten Grundlagen durchdrungen waren, und daß wir ferner zu wenig Ausführungskräfte hatten. Von der Glanzperiode des Zionismus haben wir uns daran gewöhnt, daß wir die ganze Treibkraft immer von einer Person bekamen. Wir haben uns daran gewöhnt, daß in einer Person alle Initiative und alle Ausführung sich konzentriert hat. Ja, meine Damen und Herren, eine Sonne kann wirklich die ganze Welt beleuchten, aber das vermag nur eine Sonne. Eine gewöhnliche menschliche Kraft kann dafür nicht ausreichen, und wäre sie auch die beste. Und diese menschliche Kraft hatte in ihrer Hand die ganze Macht konzentrieren wollen. Unter diesen zwei Umständen ist es begreiflich, daß unsere Sache sehr gelitten hat. Darum sagten wir uns, wir müssen zum Prinzip der kollegialen und kollektiven Arbeit übergehen. Das war die Grundlage desjenigen Kampfes, der jahrelang geführt wurde, und endlich, am letzten Kongreß, wenn nicht das volle Ende, aber fast das Ende erreicht hat. Wir haben folgende Grundlagen festgestellt, die die Grundprinzipien der sogenannten Petersburger Beschlüsse bilden, ein verkleinertes, nur aus europäischen Mitgliedern bestehendes Großes A. C, welches statt einer dekorativen Rolle eine aktive, eine dirigierende und kontrollierende Rolle bekommen soll; ein E. A. C, welches ein Kollegium aus Männern darstellen soll, die von den am VII. und VIII. Kongreß festgesetzten Prinzipien durchdrungen, an einem Ort sitzen sollen, einem großen jüdischen Zentrum, und kollegial die Arbeit, die wir ihnen anvertrauen, verwirklichen sollen. Endlich forderten wir von den Männern, denen wir vor 2 Jahren die Ehre und die Pflicht übergeben haben, unsere Leiter zu sein, daß sie gleichmäßig an allen Teilgebieten des synthetischen zionistischen Programms

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