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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 117

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 117 (sequence 124)
Language
German, English, Hebrew
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— 117 — Zwischenrufe.) Das werden wir nach der Sitzung machen. Jetzt ist es unmöglich, die Sitzung zu stören. (Lebhafte Zwischenrufe.) Ich bitte um strikteste Ruhe! Herr Syrkin, ich bitte fortzufahren. Del. Syrkin (fortfahrend): Geehrter Kongreß! Wir haben dann auf dem X. Kongresse alle gesagt, wir wollen diesen merkantilen Geist aus unserer Bewegung schaffen. Wir wollen unserer Bewegung die frühere Kraft und den früheren Schwung wieder geben. Wir müssen deshalb an die Spitze eine Leitung setzen, die von diesen unseren Ideen begeistert und beseelt ist. Wir haben unser E. A. C. gewählt. Aus meiner journalistischen Tätigkeit muß ich erwähnen: Ich bin nie gegen dieses E. A. C. gewesen und werde auch unter denjenigen sein, die dafür votieren werden, Dank und Decharge dem E. A. C. auszusprechen. Wir wollen aber nicht im Zustande einer falschen Euphorie uns selbst so täuschen, daß wir glauben, daß in unserer Bewegung alles so geht, wie es sein sollte. Ich frage Sie: Ist wirklich aus unserer Bewegung der merkantile Geist beseitigt worden? Ist wirklich unsere Bewegung zu ihrem früheren Schwung zurückgekehrt? Mit tiefer Betrübnis müssen war konstatieren, daß wir jetzt tiefer stehen als vor dem X. Kongreß. (Beifall und Widerspruch.) Ich bitte, nicht zu stören. Ich weiß, derartige Worte können keinen Gefallen finden, aber ich suche nicht nach Gefallen, ich will mein persönliches Vidu ablegen und an Ihr Gewissen pochen; vielleicht werdet Ihr auch ein Vidu ablegen, und vielleicht führt das zu einer Besserung und zum Glänze unserer Bewegung, zu dem Zwecke, den wir verfolgen. Aus den Regenbogenfarben des Zionismus ist jetzt nur eine Farbe geblieben — die gelbe Farbe des Metalls. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die zionistische Bewegung ist eine Bewegung von Kollekten und Geldinstitutionen geworden. Der merkantile Geist hat sich in unserer Bewegung gesteigert. Es fehlt ihm an ideellen Grundlagen, ja mehr noch, alle Versuche, den Zionismus theoretisch zu vertiefen und zu begründen, werden ausgelacht. Wenn ein Schriftsteller oder ein Redner auftritt und an den früheren Glanz des Zionismus erinnert, da heißt es, meine Herren, daß er nichts gelernt und nichts vergessen habe. Wir haben in der zionistischen Bewegung jetzt eine ganze Menge von Institutionen. Wir haben verschiedene Geldinstitutionen, die gut oder schlecht gedeihen. Eins fehlt uns jetzt oder wird wenigstens abgeschwächt der allumfassende, ideelle, zionistische Gedanke, der Gedanke des politischen Zionisten. (Lebhafter Beifall und Zwischenrufe.) Meine Herren, ich bitte, mich nicht zu stören. Wenn jemand ein Vidu ablegt, hört man ihn ruhig an. Ein Vidu strömt aus Wehe, aus Leiden, das muß angehört werden. (Lebhafter Beifall.) Wir haben das Recht, zu verlangen, daß das E. A. C, in dessen Mitte hervorragende Journalisten, Männer des Geistes sind, dazu beiträgt, daß unsere Bewegung vertieft und unsere Idee vergrößert und verschönert werde. Wir aber haben vom E. A. C. nur immer einen Ruf gehört: Kollekten! Geld für die und jene Institutionen, nur Geld und Geld. Kol hajkum, zeh hemamon schemaamidoj al raglow. Und mit dieser Speise sind wir zwei Jahre lang gefüttert worden. Wir sind dieser Speise überdrüssig, denn wir erhielten nichts von all dem, was unsere Seelen erwärmen und das Herz erfreuen konnte. Es tut weh, zu sagen, daß das E. A. G. — wenn wir uns eines biblischen Ausdruckes bedienen wollen — Schriftsteller zu Kollektanten umgewandelt hat, Priester zu Gaboim. (Stürmische Protestrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, den Redner anzuhören. Del. Syrkin: Meine Herren, ich bin der letzte, der behauptet, daß keine Kollekten nötig sind. Die palästinensischen Behörden werden bestätigen, daß ich persönlich für Palästinasammlungen nicht wenig ge-

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