Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 123)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 116 — das getan, was es unter diesen Verhältnissen machen konnte. Das Actions- Comite hat bewiesen, daß es den besten Willen und die richtige Auffassung von unseren Aufgaben hat. Redner bemängelt ferner, daß manche Mitglieder des Actions-.Comites bei ihren Privatunternehmungen in Palästina gegen das Prinzip der jüdischen Arbeit verstoßen. Des weiteren beschwert sich Redner darüber, daß die hebräische Sprache, die ja gemäß dem Beschlüsse des Haager Kongresses die offizielle Sprache der Organisation sei, stiefmütterlich behandelt werde. So seien all die offiziellen Rechenschaftsberichte und Mitteilungen des Kongresses lediglich in deutscher Sprache erschienen. Resümierend betont der Redner, daß er und seine Freunde das Arbeitsprogramm der Leitung billigen, daß aber die Arbeit darunter zu leiden hatte, daß die Leitung auf die finanziellen Institute nicht den gebührenden Einfluß hatte. Er fordert deshalb das E. A. C. auf, auf seiner Forderung bezüglich der Finanzinstitute zu beharren. Präsident Wolffsohn: Zunächst will Herr Dr. Brutzkus einen Antrag stellen. Del. Dr. Brutzkus (Minsk): Ich erlaube mir, folgenden Antrag zu stellen: 1. Der XL Kongreß spricht dem E. A. C. sein vollstes Vertrauen und seinen tiefsten Dank für die von ihm geleitete fruchtbringende Arbeit aus und erteilt ihm die Decharge. (Zwischenrufe.) 2. Der Kongreß drückt dem Großen Actions-Comite sein uneingeschränktes Vertrauen aus und fordert, daß demselben als höchster Instanz der Bewegung ein entscheidender Einfluß auf die Bestimmung der Richtlinien der Tätigkeit der Finanzinstitute eingeräumt wird. (Lebhafter Beifall. — Bravo-Rufe.) Del. Dr. Nacht gibt die hebräische Uebersetzung. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (übernimmt den Vorsitz): Ich erteile Herrn S y r k i n das Wort. (Rufe: Ibrith!) Del. Syrkin (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Es wäre mir viel angenehmer, hebräisch zu sprechen, was mir viel geläufiger ist und was ich auch besser verstehe und spreche. Ich bringe jedoch ein Opfer zugunsten der Grundsätze, die ich jetzt auseinanden. setzen möchte, und glaube, es wäre verfehlt, wenn ich etwas Programmatisches sage und mich nicht alle verstehen. Ich bitte also, mich fortfahren zu lassen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer i Ich bitte alle Delegierten, ihre Plätze einzunehmen. Del. Syrkin (fortfahrend): Geehrter Kongreß! Ich werde mir Mühe geben, mich nicht in die Einzelheiten dieses mannigfaltigen und umfangreichen Berichtes des E. A. C. zu verlieren. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf einige Richtlinien lenken. Ich muß hier zuerst ein Bekenntnis ablegen: Am X. Kongreß war ich in der Opposition gegen die damalige Leitung Um was handelte es sich uns damals? Es wäre ein Fehler, zu glauben, daß die Majorität des X. Kongresses einen Personenkampf geführt hätte, niemand von uns glaubt auch daran. Es war ein Prinzipienkampf. Seine Grundlage war folgende. Wir haben uns gesagt: die zionistische Idee ist von einer großen Weltidee zu einer kleinen Geschäftsbewegung herabgesunken. Wir haben uns gesagt, in der zionistischen Bewegung fehlt jetzt der weite Horizont, wir haben nicht mehr den Adlerflug und den Adlerblick. Wir haben nur kleine Geldinstitutionen und kleine Berechnungen. Wir haben uns gesagt, in der zionistischen Bewegung herrscht der merkantile Geist. (Lebhafte Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte um Ruhe. (Englische