Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 122)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 115 — sein. Ich drücke ihm im Namen des Kongresses unser Beileid aus. (Lebhafte Zustimmung.) Ich möchte nun fragen, sind die Amerikaner schon hier? (Nein.) Del, Struck: Ich muß konstatieren, daß ich die Verteilung der Sitzplätze ungerecht finde. Die Herren von der galizischen Landsmannschaft haben sich hier sämtliche vorderen Plätze genommen und die Föderation Misrachi z. B. wurde ganz hinten gesetzt. Ich finde, daß man dem Gaste den besseren Platz einräumen soll. (Zwischenrufe.) Präsident Wolffsöhn: Dazu gebe ich das Wort den Ordnern. Herr Struck, es wird noch lange dauern, bis wir alle eine gesicherte Heimstätte haben. (Heiterkeit. — Lebhafter Beifall.) Del. Geller: Ich gestatte mir, darauf aufmerksam zu machen, daß wir nach einem bestimmten System vorgehen mußten. Es will jeder vorne sitzen. Daher mußten wir nach der Größe der Landsmannschaften die .Einteilung vornehmen. Del. Goldhammer: Wir haben die westösterreichische Landsmannschaft ganz rückwärts gesetzt, während die Misrachisten in die Mitte kamen. Besser konnten wir es nicht mehr machen. Vizepräsident Julius Simon: Geehrter Kongreß! Die zur Bestimmung von Generalrednern heute Mittag zusammengetretenen Redner zur Generaldebatte haben sich auf folgende 6 Personen mit der Maßgabe geeinigt, daß diese 6 Generalredner in der Reihenfolge, in der ich sie Ihnen nennen werde, jetzt sprechen sollen. 1. Aronowitsch, 2. Syrkin, 3. Tschlenow, 4. Wolffsohn, 5. Motzkin, 6. Weizmann. Präsident Wolffsohn: Sind die Amerikaner schon hier? (Nein!) Dann möchte ich dem1 ersten Generalredner, Herrn Aronowitsch, das Wort geben. Del. J. Aronowitsch (Delegierter des Hapoel Hazair, Palästina, spricht hebräisch) führt aus: Die Stärkung unserer wirtschaftlichen Positionen in Palästina sei die Hauptaufgabe der Organisation. Wir dürfen aber dabei nicht engherzig kaufmännisch verfahren. Wenn es sich um die Wiedergewinnung des nationalen Bodens handelt, darf nicht auf den landläufigen Preis Rücksicht genommen werden. Der Zweck aller Palästinaarbeit ist es, unserem Volke zu normalem Dasein zu verhelfen. Zu einem normalen Dasein gehört aber eigene Arbeit, eigene Sprache, eigene wirtschaftliche und geistige Güter. Diesem Zwecke könne aber unsere Palästinaarbeit nur dann dienen, wenn sie von unserer Organisation geleistet wird, da Privatpersonen immer ihre eigenen Interessen voranstellen würden. Redner spricht sich deshalb gegen die Auffassung aus, als ob die zionistische Organisation in Palästina nur Bedingungen, nicht aber Dinge zu schaffen hätte. Der Organisation werden die Mittel eines ganzen Volkes zur Verfügung stehen, wenn sie schöpferische Arbeit im Lande leisten wird. Die Chalukah bringt jährlich zirka fünf Millionen Franken ein, aber viel größere Aussichten würde der Nationalfonds haben, wenn er all seine Einnahmen sofort in lebendige Palästinaarbeit umwandeln würde. Diese Gesichtspunkte bestimmen nun unser Verhältnis zur Leitung. Wir hatten in den letzten zwei Jahren außerordentlich große Arbeitsmöglichkeiten vor uns, wie wir sie während der letzten dreißig Jahre nicht hatten. Leider aber blieben diese Möglichkeiten unbenützt. Die wenigen tausend Dunam Land, die wir während dieser Zeit erwarben, die 1500 Jemeniten, die während derselben Zeit nach Palästina kanten, bedeuten sehr wenig im Vergleich zu dem1, was man hätte leisten können. Das Actions-Comite hat aber nicht mehr leisten können, weil es nicht über die Machtmittel der Organisation verfügte. Das Actions-Comite hat 8*