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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 111

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 111 (sequence 118)
Language
German, English, Hebrew
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— III — sogenannten politischen Treibereien, nachdem der große Führer gewußt hatte, daß momentan die Umstände nicht günstig waren? Ich werde es Ihnen erzählen. Darin liegt die Gefahr, daß die Herren es entweder ignorieren oder es nicht erkennen wollen. Warum ist die Türkei gegen uns? Weil die Feinde der Juden — und es gibt großmächtige — schon vor 30 Jahren der Chowewe-Zion-Bewegung entgegengetreten sind und der Türkei zugeflüstert haben, die Juden wollten einen Teil der Türkei an sich reißen. Sie wollten eine Judenfrage schaffen, wie es die bulgarische und armenische Frage war. (Zwischenrufe und Unruhe.) Sie haben Schwierigkeiten erzeugt. (Rufe: Zur Debatte.) Ich spreche nicht zur Debatte, meine Herren, es ist keine Debatte, es ist eine sachliche, ruhige, objektive historische Darstellung. (Große Unruhe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte um Ruhe. Das Wort ist Herrn Dr. G a s t e r von unserem Herrn Präsidenten erteilt worden. Deshalb hat Herr Gaster das Recht, hier die Tribüne zu betreten und zu sprechen. (Stürmischer Beifall.) (Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Es gibt kein Mittel, wodurch Sie. erreichen können, daß dem Redner das Wort entzogen wird, außer wenn Sie das beschließen. Solange Sie das nicht beschließen, hat der Redner das Wort. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Gaster (fortfahrend): Meine Herren! Ich bitte um Nachsicht. Ich habe keine persönlichen Gefühle, und Sie müssen es einem gestatten, doch hier die brennenden Punkte hervorzuheben. Sie müssen es doch einem gestatten, der sonst keine anderen Interessen hat, der kein Mitglied des Actions-Comites ist, der überhaupt keiner Kommission angehört, der aber mit seinem Leib, seiner Seele und seinem Geiste dem Zionismus gedient hat und auch künftig dient. (Lebhafter Beifall.) Wenn ich etwas sage, was vielleicht dem einen oder dem anderen mißfällt, müssen Sie es entschuldigen. Ich habe jedem ruhig zugehört. Es ist die erste und wahrscheinlich die letzte Rede, die ich im Kongresse halte. Ich bitte daher um Ihre Nachsicht, und Sie werden sehen, daß es sich hier wirklich um viel größere Fragen handelt, als um den oder jenen oder dies oder jenes. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich habe nur eine Bitte an Sie. Sie haben eben politische Fragen berührt. Ich erwarte von Ihrer Erfahrung und Ihrem Takte, daß Sie auf diese Fragen nicht im einzelnen eingehen. Del. Dr. Gaster: Ich denke auch nicht daran, darauf weiter einzugehen. Die einzige Sache, die ich hier noch erwähnen will — und wenn die Herren es mir auch übelnehmen, kann ich doch nicht umhin, es zu sagen — ist, daß wir doch haben kämpfen müssen gegen einen Teil derjenigen, die anderer Ansicht waren, um die Bank für den Jischub Erez Israel allein zu bewahren. Ja, wir hatten den Kampf in London bitter durchzukämpfen und durchzufechten, damit die Bank doch nur unseren Zwecken, und zwar ausschließlich palästinensischen, dienen soll. Wir wollen auf die Details nicht eingehen, es ist hier weder der Ort, noch die Zeit hierzu, aber lassen Sie mich noch ein Wort hinzufügen in bezug auf eine andere Frage. Es ist ein wichtiges Moment, das uns in England ganz besonders nahe berührt, daß der Zionismus der Welt klar entgegengebracht werde als eine allgemein jüdische Bewegung, die mit lokalen politischen Interessen nichts gemein hat, die aber mit dem allgemein jüdischem Wehe zu tun hat, und welche die einzige Absicht hat, die Juden nach dem heiligen Lande zu führen und dort anzusiedeln. Es ist keine deutsche Bewegung. Ich will, daß Sie dies ordentlich begreifen, denn es ist in der englischen Presse, von der „Times" angefangen bis zu dem letzten Blättchen, von unseren Feinden vorgebracht worden: ja, das

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