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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 110

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 110 (sequence 117)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 110 — einen und was die anderen wünschen, was die einen und was die anderen gefordert haben und was wir von hier mit in die weite Welt hinausnehmen, um unsere Jugend zu begeistern und um die Juden zur Mitarbeiterschaft heranzuziehen. Vergessen Sie nicht, daß im Kongresse eigentlich die zionistische Arbeit nicht aufhört, sondern von hier sollen die neuen Anregungen ausgehen nicht nur für den Zionismus in der weiten Welt, sondern auch als Direktive für diejenigen, die dann an die Spitze der Bewegung gestellt werden. Mich interessiert absolut nicht, wer an der Spitze steht und ich glaube, darin sind wir uns alle vollständig einig: Das Unglück war und, ich fürchte, es wird noch sein, wenn und solange wir persönliche Fragen in den Zionismus hineintragen. (Lebhafter Beifall.) Uns handelt es sich darum, zu wissen, was an der Spitze ist, nicht wer an der Spitze ist; welche Prinzipien, welche Gesichtspunkte sollen die leitenden Gesichtspunkte für die nächsten Jahre werden, in welcher Weise sollen die Ideale gehegt und gepflegt und das Werk weiter fortgesetzt und im Sinne des Großen (auf das Herzlbild auf der Tribüne weisend), nicht im Sinne der Kleinen weitergeführt werden. (Lebhafter Beifall.) Ja, wir haben jetzt hier von der Tribüne gehört, daß diejenigen, welche sich Politiker nennen, die wahren Nachfolger und Erben des großen Mannes sind. Das ist die Psychologie aller Dogmatiker und Sektierer, die für sich die ganze Lehre und Weisheit des Meisters beanspruchen und die ihn an einer bestimmten Stelle für fossil erklären. (Lebhafter Beifall.) Das war die unsterbliche Bedeutung Herzls, daß er nie fossil gewesen und nie fossil geblieben ist. Er war mobil, er hat ursprünglich an einen Staat gedacht, in welchem Juden wohnen sollten. Er ist nachher zu einem Judenstaat gekommen für Juden durch Juden und nur im Lande der Juden. (Stürmischer Beifall.) Und wie hat sich die abstrakte Politik an den abstrakten Politikern gerächt, an denjenigen, die dogmatisch an einer bestimmten Schablone festgehalten haben! Ich will die Zeit des Kongresses nicht zu sehr in Anspruch nehmen, um hier die Geschichte des Charters zu erzählen. Anläßlich einer Unterredung mit H e r z 1 war die Frage, was man in Konstantinopel verlangen soll, und da habe ach auf Sir Lawrence Oliphant hingewiesen, der mit einer Empfehlung von Lord Beaconsfield und Waddington, also mit England und Frankreich nach Konstantinopel gegangen ist, um dort einen Charter zu verlangen für einen Teil des Hauran. Wer das Buch von Sir Lawrence Oliphant gelesen hat, wird hinten eine Karte finden, wo ein bestimmter Raum eingegrenzt ist, für den er den Charter verlangt hat, und da sagte ich zu Herzl: Hier haben Sie ein Beispiel, verlangen Sie, was seinerzeit England und Frankreich unterstützten! Ich will auf die weitere Geschichte nicht eingehen, aber der Charter ist ein mystisches Wort geworden, mit welchem die Leute gespielt haben, ohne zu wissen warum. Nun, der Charter ist nicht gekommen. Ist Herzl stehen geblieben, hat er die Hände in den Schoß gelegt, hat er gesagt, jetzt schließen wir, der Zionismus hat bankerott gemacht? Nein, er hat eingesehen, daß es noch eine andere Art Politik gibt, die wir praktische Politik nennen. Was sind die anderen geworden? Ich will hier keine Polemik führen. Ich habe keine Absicht, aber es handelt sich doch um große Fragen, über die wir uns klar werden müssen. Wo hat uns die Politik hingeführt? Wenn man von Luftmenschen früher gesprochen hat, so können wir jetzt von einer Luftpolitik sprechen. Die Politik hat zu Uganda und zum Territorialismus geführt. (Lebhafter Beifall.) Nun, es handelt sich da um ganz gewichtige Fragen, sonst hätte ich mir nicht erlaubt, hier einzugreifen. Was waren die Früchte dieser

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