Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 114)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 107 — Wer für diesen Antrag ist, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Antrag ist einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall.) Jetzt liegt der Antrag vor, sechs Generalredner zu wählen. Del. Dr. Nacht (spricht unter großer Unruhe hebräisch). Präsident Wolffsohn: Herr Dr. Nacht schlägt zehn Generalredner vor. Vizepräsident Julius Simon: Es liegen folgende Anträge vor: Herr Moser beantragt zwei Generalredner, Herr Dr. Bodenheimer vier, Herr Dr. M a r g u 1 i e s zehn, ebenso Herr Dr. Nacht. (Große Unruhe und Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Geehrter Kongreß! So kommen wir nicht vorwärts. Der eine beantragt zwei Generalredner, der andere vier, der dritte sechs, dann acht, dann zehn, das geht nicht. Der weitgehendste Antrag ist zweifellos der, daß man sich auf zwei Generalredner einigt. Noch weitergehend wäre natürlich ein Antrag, die Debatte zu schließen, ohne daß ein weiterer Redner gehört wird. Ich möchte die Herren, welche die Wahl von zwei Generalrednern oder von vieren beantragt haben, bitten, diese Anträge zurückzuziehen, ebenso jene, welche zehn Generalredner gewählt wünschen. Wir wollen uns auf eine Mitte einigen. So werden wir rasch fertig werden. Del. Dr. Nacht: Ich ziehe meinen Antrag auf Wahl von zehn Generalrednern zurück. Del. Dr. Margulies: Auch ich ziehe meinen Antrag auf Wahl von zehn Generalrednern zugunsten des Antrages auf Wahl von acht Generalrednern zurück. Präsident Wolffsohn: Sie beantragen also, Herr Dr. Margulies, die Wahl von acht Generalrednern. Jetzt sind wir schon in einer Reihe mit dem weitergehenden Antrage, der zurückgeblieben ist. Wer für die Wahl von sechs Generalrednern ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach einer Pause.) Der Antrag ist mit überaus großer Majorität angenommen. (Lebhafter Beifall.) Ich bitte sämtliche Herren, die auf der verlesenen Rednerliste stehen, sich am Nachmittag, sagen wir um 3 Uhr, auf Zimmer 20 einzufinden und dort aus Ihrer Mitte sechs Redner zu wählen, selbstverständlich pro und contra. Del. Motzkin: Meine Herren, das ist gar nicht selbstverständlich, daß man nach diesem' Prinzipe zu verfahren habe: pro und contra. Es gibt hier ganz verschiedene Dinge. Zum Beispiel gibt es Leute, die in bezug auf die Bankfrage dafür sind, daß die Bank dem Actions- Comite gehöre, die aber in bezug auf das Actions-Comite auf einem anderen Standpunkte stehen. Wie wollen Sie hier nun eine Wahl von pro und kontra vornehmen lassen? Ich schlage etwas anderes vor: Eine Anzahl von Rednern hat das Recht, wenn einer etwa zehn Redner findet, die sich mit ihm vereinigen, einen Redner zu stellen, sonst nicht. Sie werden sonst lauter pro oder lauter contra hören, das hat keinen Sinn. Präsident Wolffsohn: Die ganze Theorie, die Herr Motzkin aufstellt, kann er bei den Herren, die zu wählen haben, anbringen. Jeder Mensch unter uns versteht, was pro und contra ist. Wählen Sie sich und verständigen Sie sich, meine Herren, wie Sie wollen. Mitglied des E. A. C. Dr. Hantke: Geehrter Kongreß! Auch wir wollen alle dazu beitragen, daß diese Generaldebatte nicht nur zu einer Klärung der Meinungen führt, sondern auch in ordnungsmäßiger Weise zu Ende gefühlt werde, und wären daher mit der Wahl von Generalrednern durchaus einverstanden. Wogegen wir aber protestieren müssen, ist, daß Sie