Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 115)
- Language
- German, English, Hebrew
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— luy — diese Generalredner etwa nach der Voraussetzung wählen, daß es hier zwei gleichartige Parteien gibt, von denen die eine für das Actions- Comite und die andere gegen dasselbe ist. Das entspricht durchaus nicht der Zusammensetzung dieses Kongresses. (Widerspruch — Ruf: Das können Sie nicht wissen!) Wenn Sie anderer Ansicht sind, so entscheiden Sie darüber, dann werden wir die Konsequenzen daraus ziehen, dann wissen wir, wie Ihre Meinung ist. Es muß ein Prinzip geschaffen werden, das diese Vermutung nicht zuläßt und das ist nur das Prinzip, weiches Herr Motzkin vorgeschlagen hat. Wenn z. B. 60 Herren sich zum Worte gemeldet haben, und daraus nur sechs sprechen sollen, oder es haben sich 80 gemeldet, dann haben sich ungefähr 13 Redner zusammenzufinden und sich auf je eine Person zu einigen. Dann ist der Kongreß nicht durch die Auswahl der Generalredner selbst gebunden, dann ist alles der Abstimmung überlassen. Dieses Prinzip, meine Herren, wird sich sehr leicht durchfuhren lassen, wenn Sie es den Rednern mitgeben. Präsident Woiffsohn: Einen Moment! So leid es mir tut, kann ich Herrn Dr. Hantke nicht beistimmen. Wie die Majorität ist, darüber kann weder Herr Dr. Hantke, noch ich, noch ein anderer Herr hier entscheiden, darüber wird der Kongreß selbst entscheiden. (Lebhafte Zustimmung.) Wir können hier keine Auszählung vornehmen. Dazu wählen wir eben Generalredner und in jedem Parlamente, in jeder größeren Versammlung ist es selbstverständlich, daß, wenn zu einem Gegenstande Generalredner gewählt werden, sogar die kleinsten Minoritäten hinzukommen. Es ist selbstverständlich, daß die Minorität und die Majorität wählt und selbstverständlich, daß die Redner nach dem Grundsatze pro und contra - gewählt werden. Darüber zu verhandeln, geehrter Kongreß, ist aber nicht unsere Aufgabe. Die Herren, die sich zum Worte gemeldet haben, werden sich untereinander schon einigen. Del. Blumenfeld (zur Geschäftsordnung): Ich möchte zur Geschäftsordnung vorschlagen, daß die Zusammenkunft der Redner jetzt stattfinden möge, weil es, da sämtliche Landsmannschaftssitzungen für 3 Uhr angesetzt sind, sonst unmöglich wäre, die Wahl vorzunehmen. Außerdem möchte ich bemerken, daß aus der Art der Zusammensetzung der Generalredner gar kein Schluß auf das Stärkeverhältnis im Kongreß zu ziehen ist, weil sehr viele oppositionelle Redner sich jetzt gemeldet haben. Es ist also ganz gleichgültig, wie die Wahl ausfällt. Präsident Woiffsohn: Ein ähnlicher Antrag, daß die Herren sich nicht erst um 3 Uhr, sondern sofort nach der Sitzung versammeln mögen, ist bereits von Herrn Dr. Tschlenow gestellt worden. Die Herren sind wohl alle damit einverstanden? (Lebhafte Zustimmung.) Vizepräsident Simon: Herr Hermann Struck beantragt, daß das Actions-Comite und das Präsidium1 sofort über die Anberaumung einer vertraulichen Sitzung beschließen mögen. Präsident Woiffsohn: Diesen Antrag muß er beim Präsidium und beim Actions-Comite stellen, nicht hier. Del. Dr. Friedemann: Wenn das Actions-Comite nicht zusammentritt, wird es doch nicht beschließen können. Es müßte erst zusammentreten und darum ist der Antrag durchaus geschäftsordnungsmäßig. Vizepräsident Dr. Bodenheimer (den Vorsitz übernehmend): Ich bitte, freundlichst noch einen Augenblick zu warten. Wir wollen nur vorerst noch einige Mitteilungen an den Kongreß machen. Vizepräsident Simon: Die Versammlung der palästinensischen Arbeiter und Arbeitgeber findet heute nachmittag 3 Uhr im Zimmer 20 dieses Gebäudes statt.