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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 105

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 105 (sequence 112)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4024-3480167
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— 105 — Präsident Wolffsohn: Herr Dr. S t r a u ß , es liegen 10, 20 derartige Anträge hier. Ich konnte ja nicht wissen, was Herr B i e r e r sagen werde. Er hat sich zur Geschäftsordnung zum Worte gemeldet und daß er einen derartigen Antrag stellen werde, konnte ich ja nicht voraussehen. Del. Dr. Strauß: Ich bin kein Prophet, habe aber vorausgesehen, daß die Leute stundenlange Reden halten werden, die keinen Sinn haben und uns die Zeit rauben. Präsident Wolffsohn: Herr Dr. Strauß, ich glaube, ob Reden einen Sinn haben oder nicht, darüber entscheidet der Kongreß selbst. Ich mache darauf aufmerksam, daß zu diesen Anträgen auf Schließung der Rednerliste, Schluß der Debatte und auf die Wahl von Generalrednera nur ein Redner pro und einer contra sprechen kann. Eine Debatte darüber kann nach unserer Geschäftsordnung nicht stattfinden. Del. Dr. Marguües: Ich habe mich zum Worte gemeldet. Präsident Wolffsohn: Zu diesem Antrage? Del. Dr. Marguües: Jawohl! Präsident Wolffsohn: Sprechen Sie pro oder contra? Del. Dr. Marguües: Ich spreche pro. Del. Dr. Bierer: Ich habe ja pro gesprochen. Del. Dr. Margulies: Dann kann ich nur contra sprechen. (Lebhafte Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn (zu einem Zwischenrufer): Ihr Antrag kommt nachher. Vorerst müssen wir mit diesem Antrage zu Ende kommen. Del. Dr. Margulies: Hoher Kongreß! Daß wir uns über die Wahl von Generalrednern in diesem Zeitpunkte einigen müssen, ist eine praktische Notwendigkeit, der wir nicht ausweichen können. Es fragt sich nur, ob dieser Augenblick jetzt gegeben ist, nachdem wir noch keinen bestimmten Antrag zur Debatte gestellt haben. Präsident Wolffsohn (unterbrechend): Diese Voraussetzung stimmt nicht; es ist bereits von der galizischen Landsmannschaft der Antrag auf Dechargeerteilung gestellt worden. Ein gleicher Antrag ist von Herrn Dr. Hantke selbst gestellt worden. Auch Herr Ussischk i n hat einen solchen Antrag gestellt. Del. Dr. Margulies: Die zweite Voraussetzung ist die, daß die Anzahl der Generalredner derart bestimmt wird, daß auch die auf dem Kongreß vorhandenen Anschauungen alle deutlich zum Ausdruck kommen können. Ich glaube daher nicht, daß wir sagen können, wir wählen Generalredner, sondern wir müssen wissen, wieviel Generalredner. Ich beantrage also, es mögen von jeder Seite fünf Generalredner gewählt werden. (Widerspruch — Unruhe und lebhafte Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn (unterbrechend): Ich glaube, wir kommen am raschesten vorwärts, wenn wir erst darüber labstimmen, ob überhaupt Generalredner gewählt werden sollen. Dann erst kann darüber abgestimmt werden, ob fünf oder sechs Generalredner gewählt werden. Del. Dr. Margulies: Ich bitte, das ist mein Antrag. Ihre Wünsche können ja andere sein. Zum Schluß aber muß ich noch eines bemerken. Es ist vorhin von einem Redner eine Bemerkung gefallen, die das Präsidium leider nicht gehört hat. Es hat jemand dagegen protestiert, daß Beamte der Leitung in der Debatte das Wort ergreifen. (Sehr richtig!) Ich muß diese Aeußerung tief bedauern. Wir kennen hier keine Beamte der Leitung, sondern nur Delegierte. (Lebhafter Beifall.) Präsident Wolffsohn: Herr Dr. Margulies hatte nicht das Recht, unter dem Vorwande eines Antrages die Debatte einzuleiten. Ich

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