Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 104

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 104 (sequence 111)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476276--4023-3480166
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

— 104 — nehmen, da wir abstimmen werden. Es liegen eine Reihe von Anträgen vor. (Unruhe.) Ich bitte um Ruhe! Del. Wiener: Es sind einer Anzahl von Delegierten die Plätze weggenommen und andere dafür nicht eingeräumt worden. Ich bitte das Präsidium, sofort die Anordnung zu treffen, daß alle Delegierten Platz erhalten. Präsident Wolffsohn: Herr Wiener, ich habe darüber schon mehrmals gesprochen. Heute nachmittag soll Ordnung gemacht werden, bis jetzt war sie allerdings nicht da. (Ruf: Es sind eine Reihe von Plätzen von Gästen besetzt!) Es wird von einem Delegierten hier behauptet, daß hier unter den Delegierten sich Gäste befinden sollen. Ich frage noch einmal (lebhafte Unruhe). Ich bitte um1 Ruhe! (Der Lärm dauert fori.) Ruhe sollen Sie halten! Falls sich unter den Delegierten Gäste befinden, so ersuche ich diese Gäste, ganz gleich, ob sie Damen oder Herren sind, diese Plätze sofort zu verlassen. Wir können überhaupt nicht abstimmen, wenn sich unter den Delegierten Leute befinden, die kein Mandat liaben und ich bitte die Delegierten, selbst Polizei zu üben und rücksichtslos jeden, der sich hier in ihrer Mitte befindet, ohne Delegierter zu sein, hinauszuweisen. (Lebhafter Beifall. — Nach einer Pause.) Wir kommen jetzt zur Abstimmung, ich bitte aufzumerken. Es liegen zwei Anträge vor, dahingehend, die Rednerliste sowie die Debatte zu schließen und dann, an Stelle sämtlicher angemeldeten Redner, Generalredner zu wählen. Ich werde Ihnen die Liste der Redner verlesen. Es sind angemeldet: Wolffsohn! Ich trete aber zugunsten der Generalredner zurück, in der Annahme, daß ich auch zum Generalredner gewählt werde. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Ich werde nun die weiteren Namen verlesen lassen und bitte die Herren, die eingetragen sind, sich das zu merken, weil sie ja später wahrscheinlich werden wählen müssen. Ich bitte also aufzupassen. Sekretär Dr. Rosenblüth (verliest die weitere Rednerliste). Del. Lebovitsch: Ich habe mich ebenfalls als Redner eintragen lassen. Präsident Wolffsohn: Jawohl, Herr Lebovitsch ist auch eingetragen. Ein Delegierter: Ich protestiere dagegen, daß hier Beamte der Leitung in einer Debatte über die Leitung das Wort ergriffen haben! (Rufe: Das sind ebenfalls Delegierte!) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat nun Herr Dr. Bierer zur Geschäftsordnung. Del. Dr. Bierer: Verehrte Damen und Herren! Es geht nicht an, die Redefreiheit zu beschränken. Andererseits war es entschieden ein Unrecht, daß einzelne Herren stundenlang gesprochen haben. Jeder Delegierte hat das Recht darauf, vor das Forum des Kongresses zu kommen, und zu sprechen. Da es aber einfach unmöglich ist, daß alle zum Worte kommen, wenn einzelne Redner ein oder zwei Stunden sprechen dürfen, so beantrage ich, daß die Redezeit auf 5 Minuten beschränkt werde. (Lebhafte Zustimmung. — Widerspruch.) Dadurch allein wird die Möglichkeit gegeben, daß jeder Delegierte seine Wünsche und Beschwerden vorbringen kann. Präsident Wolffsohn: Herr Bierer hat den Antrag gestellt, die Redezeit mit 5 Minuten zu bestimmen. (Widerspruch.) Del. Dr. Strauß: Ich habe schon gestern einen Antrag hinaufgereicht, die Redezeit auf 10 Minuten zu beschränken. Man hat aber meinen Antrag nicht berücksichtigt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.