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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 102

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 102 (sequence 109)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 102 — Hantke: Ich sehe nicht ein, weshalb Sie die Verantwortung mittragen müssen. Meine Herren! Ich frage, ob ein Mitglied des E. A. C. berechtigt ist, einem Actions-Comite-Mitgliede zu antworten, ich weiß nicht, warum Sie die Verantwortung tragen sollen: Ich vertrete jetzt hier nicht mich, sondern die Würde des A c t i o n s - C o m i t e - M i tgliedes, das Sie gewählt haben! Ich habe bei einer anderen Gelegenheit dem E. A. C. geschrieben daß jeder von uns in seinem Kreise verantwortlich ist für jeden Fonds, den wir sammeln, für alle Gelder, die wir anlegen, für die Versprechungen, die wir machen, für die Ideale, die wir aufgerichtet, für die Hoffnungen, die wir gegeben haben! Wir dürfen das Ideal nicht verwässern, oder zugrunde richten lassen, denn wir tragen alle vor der jüdischen Welt die Verantwortung! Denn wir haben uns nicht bloß mit unseren Geldern, sondern mit unserem ganzen Sein für die Sache eingesetzt, und können nicht sagen, wenn wir die Leitung wählen, daß wir keine Verantwortung mehr tragen. Das ist nicht der Fall. (Beifall, Widerspruch und Unruhe.) Nun komme ich zur B a n k. Man verlangt, daß wir die Bank übergeben sollen, weil es nicht angeht, daß die Leitung über die Bank nicht verfügen soll. Ich muß sagen, wenn wir nicht einen Aufsichtsrat und eine Kontrolle hätten, müßten wir eine schaffen! Nachdem wir die Kontrolle haben, hüten Sie sich, diese abzuschaffen. Außerdem habe ich in meinen Ausführungen gesagt, daß wir politischen Zionisten die Bank als ein politisches Instrument betrachten. Sie können nicht leugnen, daß zu jener Zeit, als diese Aktiengelder gesammelt wurden, nur der politische Zionismus im Vordergrunde stand. Nur für den politischen Zionismus hat das jüdische Volk die sechs Millionen gegeben. Sie können nicht behaupten, daß das Geld zu andern Zwecken gegeben wurde. (Widerspruch seitens des Del. Dr. Hausmann.) Wenn Sie heute andere Gesichtspunkte haben, müssen Sie neue Gelder schaffen. Diese Gelder, die für einen bestimmten Zweck gegeben wurden, haben wir nicht das Recht, anzurühren. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch und große Unruhe.) Meine Damen und Herren! Herr Dr. Reich hat uns hier gesagt, es gibt etwas, was höher steht, als das Geld. Natürlich, wir Opposition und Bankleute, wie sollen wir so etwas verstehen? Natürlich, für uns ist das Geld die Hauptsache! (Gelächter.) Aber, meine Herren, seit Jahren herrscht bei uns eine Art Hypnose. (Zwischenrufe.) Es ist kein Ausdruck, den ich zurückziehen werde. Es ist der Zustand, in dem wir verkehren, eine Hypnose. Bei jeder Gelegenheit, wo wir Geld bedürfen, ist die Bank der Retter in der Not. Ich sitze seit Jahren im Actions- Comite und kann sagen, bei jeder Gelegenheit, wo Geld nötig war, lautete der erste Antrag: die Bank soll geben, und hätten wir jedem Antrag zugestimmt, es gäbe heute keine Bank mehr! (Lebhafter Beifall. — Widerspruch und Lärm.) Ich erkläre, daß ich heute keine anderen Anschauungen habe als zu jener Zeit, da Wolffsohn am Ruder war. Ich habe dieselben Meinungen gehabt und dieselben Reden gehalten, wie jetzt. Meine Damen und Herren! Von dieser Hypnose müssen wir uns absolut heilen, denn, glauben Sie nicht, daß sechs Millionen ein so großes Kapital sind! Es wundert mich wirklich, wie moderne Menschen, die von weither am Kongreß zusammenkommen, heutzutage über sechs Millionen so viele Kongresse hindurch sprechen können. (Ohorufe. — Ruf: Warum schaffen Sie nicht mehr! — Lebhafte Unruhe.) Wenn Geld nicht alles ist, wenn Sie bloß von der Neschume leben, wozu wollen Sie das Geld denn haben? Lassen Sie es doch! (Heiterkeit. — Zwischenrufe und Lärm.)

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